Das Wertpapierdepot

Das Wertpapierdepot

Um in Fonds, Anleihen oder Aktien Geld anzulegen, brauchst du als allererstes ein Wertpapierdepot.

In diesem Artikel fassen wir die Basics für Dich zusammen.

 

Kurz erklärt: das Depot

Wertpapiere, die du kaufst, müssen gelagert werden – das passiert heutzutage nicht mehr in Schließfächern oder Tresoren, sondern rein elektronisch in einem Wertpapierdepot.

Wenn du Geld in Wertpapieren anlegen willst, eröffnest du also zuerst ein Depot. Damit kannst du dann Wertpapiere kaufen, verkaufen und aufbewahren.

So funktioniert das Ganze technisch:

 

So funktioniert ein Wertpapierdepot
Funktionsweise eines Wertpapierdepots

 

  • In deinem Depot werden die Wertpapiere bei Kauf und Verkauf ein- und ausgebucht.
  • Über das Verrechnungskonto werden die dazugehörigen Geldzahlungen abgewickelt (zum Beispiel der Kaufpreis, den du für eine Aktie bezahlst). Es wird automatisch mit dem Depot für dich eröffnet. Üblicherweise hat es eine eigene IBAN, auf die Geld überwiesen werden kann. Bei manchen Banken ist das Verrechnungskonto aber auch ein rein internes Buchungskonto, von dem du als Kunde nichts siehst.
  • Vom Referenzkonto – zum Beispiel dein Girokonto bei der Hausbank – wird das Geld (Kaufpreis, Gebühren) je nach Set-Up überwiesen oder per Lastschrift eingezogen. Außerdem kannst du dir auf dieses Konto deine Erträge auszahlen lassen. Zum Beispiel, wenn du ein Wertpapier wieder verkauft hast.

Depots gibt es als Einzeldepot (für eine Person), als Gemeinschaftsdepot (zum Beispiel für Ehepartner) sowie speziell für Minderjährige (hier gelten einige Besonderheiten, siehe weiter unten).

 

Wie sicher ist ein Depot?

Für Wertpapierdepots besteht ein besonderer Schutz: Depotbanken in Deutschland sind reguliert und werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. Die Bank muss die Wertpapiere der Kunden getrennt von ihren eigenen Beständen aufbewahren. Die Wertpapiere der Kunden sind sogenanntes Sondervermögen. Das bedeutet, sie gehen nicht in die Insolvenzmasse ein, falls die Bank pleitegeht, sondern werden für die Kunden auf eine neue Bank übertragen.

Geld auf dem Verrechnungskonto ist durch die deutsche Einlagensicherung geschützt.

 

Wie kann ich ein Depot eröffnen?

Anbieter gibt es viele: Neben deiner Hausbank bieten auch viele Direktbanken Depots zu günstigen Konditionen. Diese solltest du dir genau ansehen und nicht nur auf die Depotführungsgebühren schauen, die regelmäßig anfallen. Achte insbesondere auf Transaktionskosten, die beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren berechnet werden. Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern. Je nachdem, wie oft und regelmäßig du Wertpapiere kaufen und verkaufen willst, können sich verschiedene Gebührenmodelle lohnen.

Sei dir bewusst, dass auch bei sogenannten „kostenlosen“ Angeboten mit 0 Euro Gebühren der Anbieter natürlich irgendwie Geld verdienen muss. Bei den beliebten „0 Euro“ Online-Brokern geschieht dies hauptsächlich durch Provisionen, die sie von den Handelsplätzen bekommen. Durch die Bevorzugung von nur einem oder wenigen Handelsplätzen bekommst du unter Umständen nicht den besten Kurs.

Achte bei der Auswahl auch auf das Produktangebot. Bei den meisten Online-Brokern können nur börsengehandelte Produkte (zum Beispiel sog. ETFs) abgebildet werden, aber keine klassischen Fonds. Bei den sogenannten Fondsdepotbanken, die viele Berater und Online-Plattformen nutzen, sind hingegen alle Arten von Fonds (klassische und ETFs) möglich – nicht aber einzelne Aktien oder Anleihen. Nur die Depots bei den klassischen Vollbanken decken standardmäßig das gesamte Produktspektrum ab – sind aber meist teurer. Die meisten Kleinanleger brauchen aber ohnehin nur einfache Produkte wie Fonds und ETFs. Trotzdem gilt: Erst das Produkt aussuchen – dann das passende Depot.

Wenn du bereits ein Depot hast, kannst du deine Wertpapiere jederzeit zu einer anderen Bank übertragen. Dafür dürfen Depotbanken keine Gebühren verlangen. Du musst allerdings zunächst abklären, ob dein Wunsch-Anbieter Überträge aus anderen Depots annimmt. Wenn dies der Fall ist, musst du als Kunde meist nur ein Formular ausfüllen, und die neue Bank kümmert sich um den Übertrag.

 

Depots für Minderjährige

Eltern, die Geld für Ihr Kind anlegen möchten, müssen zunächst entscheiden, ob sie dies in ihrem eigenen Depot oder in einem separaten Depot auf den Namen des Kindes tun. Die Besonderheiten der beiden Optionen haben wir dir in unserem Leitfaden zum Investieren für Kinder zusammengefasst.

Meistens lohnt sich die Eröffnung eines eigenen Kinderdepots.

Ein Depot für einen Minderjährigen eröffnen können nur seine gesetzlichen Vertreter – seine Eltern oder andere Sorgeberechtigte.

Der Ablauf ist einfach: Beide Sorgeberechtigte müssen zustimmen und sich legitimieren. Wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hat, muss es dies durch ein geeignetes Dokument nachweisen.

Die meisten Depotbanken bieten kostenlose Kinder- oder Juniordepots an, bei denen bis zum 18. Geburtstag auf die Depotführungsgebühren verzichtet wird. Mit seiner Volljährigkeit kann das Kind frei über die Werte im Depot verfügen. Wenn du früh begonnen hast, für dein Kind Geld anzulegen, kann es sich dann über ein schönes Startkapital ins Erwachsenenleben freuen.