Kindergeld investieren – Basics & Beispiele
Für 2026 gibt es Neuigkeiten in Sachen Kindergeld: An Januar ’26 gibt es 4 Euro mehr im Monat (259 Euro). Das ist ein Plus von ungefähr 1,6 % im Vergleich zum Vorjahr, die Inflation (ca. 2,2% für 2025) kann die Erhöhung also nicht komplett ausgleichen.
💫 Aber ich will den Blick auf das Positive richten und dir in diesem Blogbeitrag zeigen, wie viel du für dein Kind erreichen kannst, wenn du auch nur einen kleinen Teil vom Kindergeld regelmäßig anlegst.
Außerdem gibt es drei praktische Beispiele von Eltern, die bereits erfolgreich einen Teil vom Kindergeld investieren.
Und ganz unten im Beitrag verlinke ich dir unseren Kindergeld-Rechner, mit dem du überschlagen kannst, wie viel aktuell bei euch vom Kindergeld zum Investieren verfügbar wäre.
Inhaltsverzeichnis
Kindergeld: Wie viel und für wen?
Zunächst hier noch einmal die Basics zum Kindergeld (Stand 2026):
🪙 Steht Eltern in Deutschland zu, soll Familien entlasten
🪙 259 Euro pro Monat für jedes Kind (ab 2026)
🪙 bis mindestens zum 18. Geburtstag
🪙 maximal bis zum 25. Lebensjahr bei Ausbildung oder Studium
Mit dem Kindergeld werden Familien dabei unterstützt, die Lebenshaltungskosten ihrer Kinder zu stemmen. Im Durchschnitt deckt es ungefähr ein Drittel der Kosten, die Eltern pro Monat für ihren Nachwuchs aufbringen. Dennoch entscheiden sich viele Eltern dafür, das Kindergeld, oder zumindest einen Teil davon, gezielt zu investieren, um ihren Kindern später einen guten Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen.
Kindergeld investieren: So viele Vorteile!
Es ist völlig klar, dass bei manchen Familien das Budget leider auf Kante genäht ist, und das Kindergeld wird dringend benötigt, um die laufenden Kosten zu decken. Trotzdem möchte ich dir sagen: Wenn du auch nur ein bisschen finanziellen Spielraum hast, eignet sich das Kindergeld geradezu ideal, um es zu investieren. Das gilt auch, wenn du nur einen kleinen Teil davon regelmäßig anlegen kannst. Tatsächlich kannst du schon mit 50, 25 oder sogar nur 10 Euro im Monat etwas für dein Kind erreichen. Denn die Grundlagen für erfolgreiche Geldanlage sind immer gleich und haben weniger mit großen Beträgen zu tun. Sondern vielmehr mit:
☑️ Langfristigkeit
☑️ Kontinuität & Disziplin
☑️ Wissen & finanzieller Bildung.
Und all das schaffst du, wenn du frühzeitig und regelmäßig einen Teil des Kindergelds anlegst:
Langfristiger Vermögensaufbau für Kinder
Im Idealfall startest du bereits ab der Geburt und hast dann einen Zeitraum von mindestens 18 Jahren, in dem du Kindergeld bekommst und investieren kannst. Ideal, um den Zinseszinseffekt zu nutzen und auch über renditeträchtige Anlageprodukte (z. B. mit Aktien) nachzudenken.
Regelmäßigkeit & Automatisierung
Alles, was du zur Gewohnheit machst, entlastet dich auf lange Sicht, weil du nicht ständig von neuem überlegen musst, wie viel, wann und wie du investieren sollst. Das Kindergeld wird monatlich ausgezahlt. Dazu passt wunderbar ein monatlicher Sparplan, der automatisch von deiner Bank ausgeführt wird. Du legst einmal die Anlage fest (zum Beispiel Aktien, ein ETF, Fonds, oder ein verzinstes Sparkonto), den Betrag, und dann läuft alles auf Auto-Pilot. Du bleibst aber flexibel: Du kannst solche Sparpläne jederzeit stoppen oder anpassen, falls sich etwas in deiner Planung ändert.
Ein Sparplan über dein Konto hilft dir, die Disziplin zu bewahren. Du legst kontinuierlich Geld für die Zukunft deines Kindes an, ohne dass du ständig aktiv daran denken musst.
Wenn du in Finanzprodukte investierst, die im Wert schwanken, wie zum Beispiel Aktienfonds oder -ETFs, nutzt du mit monatlichen Sparplänen außerdem den Cost-Average-Effekt: Du gibst eine feste Summe pro Monat vor und die Bank kauft dir dafür bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Das verringert dein Risiko, bei zu teuren Kursen einzusteigen.
Aufbau von finanzieller Kompetenz
Eine gute Bildung in Finanzdingen ist der Erfolgsfaktor schlechthin für dein Kind. Egal, für welchen Beruf und Lebensweg es sich später entscheiden wird. Und gelernt wird am besten durch praktisches Tun. Zeige deinem Kind frühzeitig, wie du einen Teil des Kindergeldes investierst statt verkonsumierst; erkläre ihm, wie du dabei vorgehst und welche Vorteile es später davon hat. So legst du den besten Grundstein für seine finanzielle Kompetenz und Sicherheit.
Kindergeld investieren: Das musst du beachten
Was sollten Eltern berücksichtigen, wenn sie das Kindergeld investieren möchten? Hier kommen die wichtigsten Dinge, die über den Erfolg entscheiden:
Inflationsausgleich
Die gewählte Geldanlage muss mindestens so viel Rendite abwerfen, dass sie langfristig – nach Kosten und ggf. Steuern – die Inflation ausgleicht. Sonst hat dein Kind am Ende effektiv weniger als das, was du gespart hast.
Kontinuität
Beim Geld anlegen ist es wie beim Sport: Besser regelmäßig ein bisschen, als einmal ganz viel und dann nie wieder. Dazu kannst du ganz einfach automatisierte Abbuchungen in einen Sparplan nutzen (siehe oben). Aber auch wiederkehrende Anlässe (Weihnachten, Geburtstag, Zeugnistag und Ostern…) nutzen. Jedes Jahr Geld statt übermäßigen Krimskrams zu 2 / 3 solchen Anlässen lässt ganz schön was zusammenkommen.
So lang wie möglich investieren – idealerweise auch nach dem 18. Geburtstag:
Wie bereits gesagt, spielt der Investitionszeitraum – also der Zeitraum, in dem das Geld angelegt bleibt – eine entscheidende Rolle. Je länger, desto besser. Aber eins ist mir sehr wichtig zu sagen: Lass dich bitte nicht entmutigen, falls du die Geldanlage für dein Kind bisher vor dir hergeschoben hast. Auch wenn du erst im Teenageralter startest, ist noch so viel möglich.
Am besten ist es übrigens, wenn dein Kind das von dir investierte Geld auch lange nach dem 18. Geburtstag noch liegen lässt, und am allerbesten, wenn es die Sparpläne selbst weiterführt. Dann ist es sogar realistisch, dass bis zum Rentenalter Millionenbeträge zusammenkommen. So diszipliniert und vernünftig wird dein Kind aber nur sein, wenn ihm der Nutzen klar ist. Was uns zum nächsten Punkt bringt:
Das Kind einbeziehen
Egal wie und wie viel du für dein Kind anlegst: Mach es nicht im stillen Kämmerlein (auch nicht als Oma, Opa, Patentante…) – sondern rede in der Familie darüber. Ganz wichtig! Je früher du das Kind einbeziehst, desto besser wird es ein Verständnis für den Umgang mit Geld entwickeln und lernen, wie es Verantwortung übernimmt. Und desto höher sind die Chancen, dass es später verantwortungsvoll und smart mit Geld umgeht.
Das ist das Wichtigste überhaupt! Es geht nämlich weniger darum, ob das Kind zum 18. Geburtstag 5.000 oder 25.000 auf dem Konto hat. Sondern dass es weiß, wie es mit dem Geld umgehen muss. Das geht weit über technisches Verständnis hinaus und hat viel mit elementaren Werten zu tun. Und die lernt dein Kind an keinem anderen Ort besser und prägender, als in eurer Familie.
Risikostreuung
Ganz wichtig ist, dass die Geldanlage zu den Zielen passt, die du für dein Kind erreichen willst – und dass das Risiko angemessen verteilt ist.
Beim langfristigen Investieren für Kinder wählen viele Eltern etwas risikoreichere Produkte, die eine gute Rendite versprechen. Schließlich sind die Kinder normalerweise nicht darauf angewiesen, in wenigen Jahren an das Geld zu kommen. Schwankungen können über die Jahre gut ausgesessen werden. Das heißt aber nicht, dass du das Kindergeld in Hochrisikoinvestments stecken solltest, wo du alles auf eine Karte setzt oder in dubiose Geschäftsmodelle investierst.
Mit einfachen, transparenten Anlageprodukten und einer guten Streuung über möglichst viele Branchen, Länder und gegebenenfalls über verschiedene Anlageklassen, bist du gut aufgestellt.
Vertrauenswürdige Anbieter
Eltern sollten auf seriöse Anbieter achten, um sicherzustellen, dass das Geld in guten Händen ist. Wenn du nach einfachen Finanzprodukten wie ETFs, Fonds oder Tagesgeld suchst, wirst du normalerweise bei regulierten Anbietern landen, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt werden.
Falls du dir bei einem Anbieter nicht sicher bist, ob er die notwendige Erlaubnis der BaFin besitzt, kannst du das auf der Website der BaFin überprüfen – es gibt dort eine offizielle Datenbank der zugelassenen Kredit- und Wertpapierinstitute. Und Finanzanlagenvermittler, die nicht von der BaFin sondern der IHK beaufsichtigt werden, kannst du hier nachprüfen.
Nachhaltigkeit berücksichtigen
Immer mehr Eltern möchten, dass das Geld nicht nur Rendite bringt, sondern auch nachhaltig investiert wird. Hier ist es jedoch wichtig, nicht auf „hellgrüne“ Produkte reinzufallen, die im schlimmsten Fall mehr kosten, aber keine nachhaltige Wirkung bringen. Denn nur „für das gute Gewissen“ zu investieren, erfüllt nicht den Zweck.
Das Ziel sollte sein, so zu investieren, dass wir der Welt, die wir uns für unsere Kinder wünschen, ein Stück näher kommen.
Das ist nicht ganz einfach. Denn viele Unternehmen und Geschäftsmodelle, die in den üblichen Finanzprodukten stecken, machen ihre Rendite auf Kosten der Natur (und oft auch der Menschen). Aber lass dich nicht entmutigen. Es gibt ernsthaft nachhaltige Produkte, die vielleicht nicht perfekt, aber glaubwürdig und wirkungsvoll sind. Im Blog findest du viele Infos darüber, wo die Hebel für nachhaltiges Investieren liegen und wie du wirklich nachhaltige Finanzprodukte erkennst. Beispiele für solche Produkte gibt es hier.
Wie Eltern ihr Kindergeld investieren: 3 Praxisbeispiele
Jede Familie ist anders, und so gibt es unterschiedliche Wege, wie Eltern das Kindergeld anlegen können. Einige Familien legen großen Wert auf Sicherheit, während andere bereit sind, etwas mehr Risiko einzugehen, um höhere Renditen zu bekommen. Manche legen das gesamte Kindergeld an, um bereits die notwendigen Rücklagen für Studium, Ausbildung oder sogar die erste Wohnung oder ein eigenes Unternehmen anzusparen. Andere starten mit einem Minibetrag, und bauen das Ganze langsam aus.
Jeder Ansatz ist richtig, so lange er zu euren Zielen, Möglichkeiten und eurer persönlichen Situation passt. Hier sind drei Beispiele von Eltern, die verschiedene Ansätze gewählt haben:
Beispiel 1: Meryam – ETF-Sparplan seit Geburt
Meryam hatte sich schon sehr früh mit ihren eigenen Finanzen beschäftigt und eigene Sparpläne aufgesetzt. So war für sie schon in der Schwangerschaft klar, dass sie auch für ihr Kind investieren will. Nur ein paar Wochen nach Geburt war das Kinderdepot eröffnet 🙂
📍 Seitdem spart sie jeden Monat einen festen Betrag in einen ETF-Sparplan für ihren Sohn. Die letzten Kindergelderhöhungen hat sie immer genutzt, um ihre Sparrate zu erhöhen.
📍 Nachhaltige Geldanlagen hätten sie zwar interessiert, aber erschienen ihr damals zu kompliziert und sie wollte so schnell wir möglich starten. Deswegen hat sie nun einen „normalen“ Welt-ETF im Depot.
📍 Seit vorletztem Weihnachten hat sie begonnen, mit Geldgeschenken nachhaltige Fonds dazu zu kaufen. So baut sie Stück für Stück Nachhaltigkeit ins Depot ein, ohne auf etwas zu verzichten oder ihre Strategie groß umstellen zu müssen.
Beispiel 2: Stella – Aufteilung zwischen Tagesgeldkonto und Aktienfonds
Stella ist alleinerziehend und Freiberuflerin. Im Moment läuft es finanziell sehr gut bei ihr, und sie wollte gerne etwas für ihre zwei Kinder anlegen. Sie konnte sich aber lange nicht zu einer Entscheidung überwinden, weil sie unbedingt flexibel bleiben wollte – falls es in Zukunft nicht mehr so gut läuft. Leider lag so immer mehr vom Kindergeld ungenutzt auf dem Girokonto und brachte keine Zinsen.
Sie hat nun diese Lösung für sich gefunden:
📍 Das Kindergeld fließt auf ein neues Tagesgeldkonto, das wenigstens etwas Zinsen bringt
📍 Von diesem Konto bezahlt Stella Sonderwünsche der Kinder und alles, was nicht ins normale Monatsbudget passt (zum Beispiel Klassenfahrten)
📍 Außerdem soll auf diesem Tagesgeldkonto immer eine Art „Notgroschen“ (1.000 Euro / Kind) liegen, der nicht angetastet wird. Da Stella selbst schon gute Rücklagen hat, wäre das nicht zwingend notwendig, aber sie findet den Gedanken einfach beruhigend und fühlt sich so wohler
📍 Alle drei Monate guckt Stella aufs Konto und schaut nach, was übrig ist. Den Überschuss investiert sie dann in Aktienfonds (je 50 % , jedes Kind hat ein eigenes Depot)
Beispiel 3: Eliah und Maya – Vom Ende her gedacht
Eliah und Maya haben es etwas anders gemacht – sie haben ein Sparziel festgelegt, das sie erreichen wollen, wenn ihr Sohn erwachsen ist.
Sie wollten ein konkretes Ziel, das sie motiviert. Das Geld soll hauptsächlich für Ausbildung oder Studium verwendet werden. Die Familie hat ein moderates Einkommen und wahrscheinlich wird das Kind Anspruch auf BaFöG haben und auch nutzen wollen.
Also haben Eliah und Maya festgelegt, dass 15.000 Euro bis zum 18. Geburtstag zusammenkommen sollen. Das entspricht dem momentanen BaFöG Freibetrag – bis zu 15.000 kann das Kind an eigenem Vermögen besitzen, um Anspruch auf die volle Förderung zu haben.
Deswegen haben sich die beiden diesen Plan gemacht:
📍50 Euro pro Monat in ein gut gemischtes Depot
📍 plus 30 Euro pro Monat von der Oma
📍 plus Geldgeschenke zu Weihnachten, Geburtstag usw., die auch investiert werden
Die Erträge sind bei Fonds nicht garantiert und Eliah und Maya werden sicher nicht punktgenau bei 15.000 Euro am 18. Geburtstag landen, aber sie haben ihr Ziel im Blick und können die Anlage flexibel anpassen.
Kindergeld anlegen: Mit einem passenden Plan
Wie du aus den Beispielen oben siehst, gibt es ganz unterschiedliche Wege, die Familien gehen können, um Kindergeld sinnvoll zu investieren. Wichtig ist, dass du dir überlegst, was du erreichen willst und was zu deiner persönlichen Situation passt. Am besten machst du dir einen kleinen Plan dazu.
Genauso wichtig ist aber auch, dass du es nicht ewig vor dir herschiebst. Es wäre schade, Geld ungenutzt dahindümpeln zu lassen oder in überflüssigen Konsum zu stecken, das besser für die Zukunft deines Kindes arbeiten kann.
🧮 Du kannst jetzt anfangen, und dir mit dem Budgetrechner, den ich dir hier unten verlinke, ausrechnen, wie viel vom Kindergeld du brauchst, um Kosten zu decken, und wie viel zum Investieren frei bleibt.
Und wenn du magst, schreibe mir danach gerne, ob der Rechner nützlich für dich war (meine E-Mail: anna@zukunft-schenken.com) 🤍
