Notgroschen ansparen

Der Notgroschen

Am Anfang jeder Finanzplanung stehen der Überblick über die eigene finanzielle Situation und der Aufbau eines Notgroschens – gerne auch Eiserne Reserve, Rainy Days Fund, Rücklage oder Polster genannt. Eine Rücklage für unerwartete Ausgaben ist die Basis, bevor du darüber nachdenken kannst, langfristig Geld für die Zukunft anzulegen.

⬇️ Das Wichtigste zum Notgroschen hier einmal zusammengefasst in diesem kurzen Beitrag ⬇️

 

Warum brauche ich einen Notgroschen?

Der Notgroschen ist eine Geldreserve, die dir helfen soll, unerwartete Ausgaben zu stemmen. Zum Beispiel:

    • Deine Waschmaschine geht kaputt
    • Dein Laptop wird gestohlen
    • Dein Haustier muss in die Klinik
    • Und so weiter…

 

Sowas kann schnell passieren. Und wenn du keine Reserve angespart hast, hast du nur wenige und schlechte Optionen:

    • Du könntest einen Konsumentenkredit aufnehmen bzw. in den Dispo gehen – aber das bezahlst du mit sehr hohen Zinsen.
    • Wenn du Aktien oder andere Wertpapiere besitzt, kannst du sie verkaufen, um an Cash zu kommen. Aber was, wenn der Kurs im Moment nicht so günstig ist? Dann verlierst du unter Umständen viel Geld.
    • Du kannst Verwandte oder Freunde um Unterstützung bitten – aber angenehmer ist es, wenn man sich im Notfall selbst helfen kann.

 

➡️ Fazit: Du brauchst einen Notgroschen. Dieser sollte stehen, bevor du daran denkst, Geld langfristiger anzulegen.

 

Wie hoch soll mein Notgroschen sein?

Das ist eine heiß diskutierte Frage. Eine weit verbreitete Faustformel lautet: „zwischen drei und sechs Monatsgehältern“.

Diese Regel ist allerdings ziemlich pauschal und an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbei gedacht.

So gibt es viele Haushalte, die überhaupt keine nenneswerten Rücklagen haben – laut der aktuellsten Umfrage, die die Bank ING Diba seit Jahren durchführen lässt, betrifft das knapp 40 % der Befragten. Für Menschen mit niedrigem Einkommen, die noch kein Vermögen haben, klingen sechs Monatsgehälter auf der hohen Kante fast schon utopisch.

Andererseits ist es ein weithin bekanntes Problem, dass die Deutschen als „Sparweltmeister“ sehr hohe Geldreserven auf schlecht oder gar nicht verzinsten Giro- und Sparkonten horten, statt es lukrativer zu investieren. Man kann es nämlich auch übertreiben mit dem Sicherheitsgedanken.  Für Menschen mit sicherem und sehr hohem Einkommen sind 6 Monatsgehälter als eiserne Reserve möglicherweise zu hoch angesetzt.

Dazu kommt noch, dass unter „Notgroschen“ mal mehr, mal weniger subsummiert wird, und es einige auch unnötig kompliziert machen. So soll man zusätzlich zum Notgroschen auch einen Sicherheitsbaustein haben, oder für jedes noch so kleine Sparziel einen eigenen Topf. Oder es wird akribisch ausgerechnet, wie man noch 3,50 Euro mehr an Zinsen herausbekommt, indem man alle paar Monate des Tagesgeldkonto wechselt. Das kann man alles machen, es bringt nur nicht so viel (denn: auch Zeit ist Geld).

Der Notgroschen sollte auch nicht so verstanden werden, dass er wirklich alle Eventualitäten und Worst-Case Szenarien abdecken muss. Existentielle Risiken wie eine Berufsunfähigkeit musst du entweder versichern oder durch entsprechendes, langfristig aufgebautes Vermögen kompensieren.

 

👉 Jede gute Finanzplanung ist vor allem eines: individuell. Deswegen lohnt sich ein Blick auf deine Lebens- und Risikosituation. Geh das einmal komplett durch:

Einkommen: 

    • Arbeitest du angestellt, selbständig oder hast du momentan gar kein eigenes Einkommen? Es liegen Welten zwischen diesen Lebenssituationen. Im ersten Fall wird das Risiko von Arbeitslosigkeit zumindest die ersten Monate gut abgefangen. Selbständige, denen Aufträge und Einnahmen wegbrechen, leben dagegen ab Tag 1 von ihren Reserven. Menschen ohne eigenes Einkommen, zum Beispiel Frauen in Care Arbeit,  können schnell an den Rand des Existenzminimums kommen, wenn die Zahlungen des Partners wegbrechen.
    • Generell gilt: Beamte, Angestellte mit unbefristeten Verträgen haben im Allgemeinen ein geringeres Risiko, der Notgroschen kann schmaler ausfallen.

 

Ausgaben:

    • Wie hoch sind deine monatlichen Ausgaben, die nicht durch sichere Einkünfte abgedeckt sind? Sichere Einkünfte wären etwa Zahlungen aus einer Rente oder feste Zinsen.
    • Arbeitslosengeld oder ander Unterstützungsleistungen, die du im Notfall sicher beziehen würdest, kannst du ebenfalls mit einkalkulieren.
    • Mit Ausgaben sind vor allem Fixkosten gemeint. Und zwar die, die du nicht ohne Weiteres einsparen könntest. Dinge wie Miete, Kreditraten, Kitagebühren. Nicht Urlaube, Restaurantbesuche,  Streamingdienste und dergleichen.

 

Individuelle Risikofaktoren: 

    • Bist du alleinverdienend und für andere Menschen finanziell verantwortlich? Dann wird dein benötigter Notgroschen höher ausfallen.
    • Hast du Haustiere? Am besten legst du – unabhängig vom Notgroschen – ein paar hundert Euro separat als Notfallfonds an. Bei teuren Tiere wie Pferden kann natürlich auch viel mehr angebracht sein (und / oder entsprechende OP-Versicherungen).
    • Besitzt du Immobilien? Dann brauchst du separate Instandhaltungsrücklagen, zusätzlich zum Notgroschen.
    • Welche Versicherungen hast du abgeschlossen? Wenn du nicht alle möglichen Risiken versichern möchtest (z.B. Zahnersatz), kannst du das durch einen etwas höheren Notgroschen gut ausgleichen (und kommst unter Umständen billiger weg).

 

Dein Grad an Unabhängigkeit: 

    • Hast du Autos, oder vielleicht teures Equipment, das du für deine Arbeit benötigst? Je weniger solcher Dinge du besitzt, die unerwartet kaputt gehen können, desto weniger Risiko für extra Muss-Ausgaben.
    • Hast du bereits Vermögen, wenn ja welches? Je illiquider dein Vermögen angelegt ist (zum Beispiel Immobilien), desto essentieller ist eine stetig verfügbare Notreserve.

 

Eine mögliche Faustformel für einen Notgroschen, die genauer ist als die 6 Monatsgehälter-Regel: 

    • 3 – 12 Mal die ungedeckten monatlichen Ausgaben (siehe oben) – je nachdem wie „sicher“ dein Einkommen ist.
    • Zähle besondere Ausgaben, die nicht einsparbar wären – wie Tierarztkosten oder Instandhaltung an einer (älteren) Immobilie – nicht zum Notgroschen, sondern lege dafür eigene Reserven an.

So hast du eine risikoangepasste Sicht und im Idealfall merkst du, dass mehr zum Investieren frei bleibt, als vermutet.

Denn, wie bereits gesagt: Während viele Haushalte gar keine nenneswerten Reserven haben, häufen viele andere relativ planlos Geld für – bestenfalls – Minizinsen auf dem Konto an.  Dies ist aber kein Notgroschen mehr, sondern Verschwendung.

 

Tipps für den Aufbau deines Notgroschens

Jetzt hast du eine Vorstellung von dem Betrag, den du für deinen Notgroschen brauchst. Wenn du das Geld hast, legst du es am besten gleich separat an, damit du Ruhe hast (siehe nächster Abschnitt). Falls du es nicht hast, mach dir keine Sorgen. Vielleicht klingt die Summe erst Mal riesig, aber es gibt ein paar Tricks, die dir beim schnellen Ansparen helfen.

    • Falls du Konsumschulden hast, werde die als erstes los! So sparst du dir schon mal die hohen Zinsen.
    • Schau dir deine Ausgaben an, konzentriere dich auf die großen Blöcke und suche die Ausgaben, die zwar angenehm, aber nicht überlebenswichtig sind. Dort kannst du am meisten sparen. Urlaub ist zum Beispiel so ein Posten, Ausgehen und Gastronomie. Du musst nicht für immer verzichten. Nur bis du deinen Notgroschen beisammen hast.
    • Durchforste deine Verträge (Handy, Versicherungen, Medien…) und guck, wo du Abos kündigen oder in einen günstigeren Tarif wechseln kannst.
    • Richte einen Dauerauftrag ein, der jeden Monat einen festen Betrag auf ein separates Rücklagenkonto überweist. Und das so lange, bis der Notgroschen angespart ist. Falls du ihn antasten musst, vergiss nicht, ihn dann schnell wieder aufzufüllen.
    • Wenn du wirklich gar nichts sparen kannst: Lass dir einen Beitrag für deinen Notgroschen schenken. Zu deinem Geburtstag zum Beispiel. Das ist ernst gemeint! Es mag ungewöhnlich klingen. Aber was, glaubst du, schenken dir Freunde und Familie lieber: Das Fundament für deine finanzielle Unabhängigkeit – oder Duftkerzen, Socken oder Amazon-Gutscheine? -> Der Aufbau eines Notgroschens geht nun Mal über Konsumverzicht. Wenn du es deinen Lieben so erklärst, werden sie sich freuen, dich in diesem wichtigen Ziel unterstützen zu können.

 

Wie soll ich den Notgroschen anlegen?

👉 Sicher und jederzeit verfügbar– so legst du deinen Notgroschen an.

    • Sicher vor Kursschwankungen. Der Nominalwert soll stabil bleiben – Aktien (auch als Fonds / ETFs) etc. scheiden aus.
    • Sicher vor Verlust. Den Notgroschen daheim als Bargeld zu horten, ist eine sehr schlechte Idee. Und trotzdem tun es erstaunlich viele! Es gibt die kuriosesten Fälle von großen Geldsummen, die auf diese Weise verloren gegangen sind. Das Geld gehört auf die Bank, nicht ins Sparschwein.
    • Sicher vor spontanen Kaufräuschen. Deswegen ist es besser, es getrennt von deinem Geld auf dem Girokonto zu halten, das du für tägliche Ausgaben brauchst.

 

➡️ Die am häufigsten empfohlene Anlageform für den Notgroschen ist ein Tagesgeldkonto. Das ist ein einfaches, getrenntes Konto, auf dem du Geld parken und jederzeit wieder abheben kannst. Du kannst es jedoch nur auf ein festgelegtes Referenzkonto überweisen. Es ersetzt also nicht dein Girokonto, das du für den täglichen Zahlungsverkehr brauchst.

Der Zinssatz bei einem Tagesgeldkonto kann sich jederzeit ändern, außer die Bank macht ein (zeitlich befristetes) garantiertes Angebot. Leider kann man langfristig mit der Anlage auf Tagesgeldkonten den Wertverlust durch die Inflation nicht ausgleichen. Trotzdem gibt es derzeit – nach einer langen 0-Zins-Phase – zumindest einigermaßen attraktive Zinsangebote.

 

Tagesgeldkonten gibt es bei vielen verschiedenen Banken. Achte beim Vergleich auf Folgendes:

    • Gibt es Kosten, z.B. Kontoführungsgebühren? In aller Regel sind Tagesgeldkonten gebührenfrei, prüfe das aber explizit nach. Manchmal sind nämlich kostenlose Konten an weitere Bedingungen gekoppelt.
    • Ist dein Geld mindestens durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt (mindestens 100.000 pro Anleger in der EU)? Hier solltest du Banken aus EU Ländern bevorzugen, die als besonders stabil gelten (etwa Deutschland, Niederlande und Dänemark). Viele deutsche Banken sind außerdem zusätzlich Mitglied im freiwiligen Einlagensicherungsfonds des BvB (Bundesverbank Deutscher Banken).
    • Wenn du besonders sicher gehen willst: Nicht mehr als 100.000 Euro der selben Bank anlegen (bei Gemeinschaftskonten: 200.000 Euro). Hierbei musst du alle Konten, die du bei einer Bank führst, zusammenrechnen, sofern vorhanden auch Verrechnungskonten von Depots.
    • Wie viel Zinsen gibt es wirklich? In den Vergleichsportalen für Tagesgeld werden die Angebote mit dem höchsten Zinssatz ganz oben gezeigt. Das sind aber fast immer Lockangebote für Neukunden, die nur wenige Monate gelten, danach fällt der Zins. Wenn du das über ein ganzes Jahr hochrechnest, kann es sein, dass das Angebot gar nicht das lukrativste ist. Alle paar Monate zu wechseln, um immer die besten Zinsen zu bekommen, ist leider ziemlich nervig. Eine mögliche Alternative ist weiter unten beschrieben.

 

➡️  Du solltest ein Angebot wählen,

  • bei dem du keine Gebühren zahlst,
  • die oben genannten Sicherheitsanforderungen erfüllt sind,
  • der Service stimmt, und
  • du möglichst lange, möglichst hohe Zinsen bekommst.

Es sei denn, du möchtest das Geld nachhaltig anlegen – dann spielen noch weitere Faktoren in deine Entscheidung! Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

 

Notgroschen grün anlegen?

Ja, das geht! Du kannst deinen Notgroschen auch nachhaltig anlegen. Und zwar, indem du das Angebot einer nachhaltigen Bank nutzt. Die bekanntesten in Deutschland sind die GLS Bank, die UmweltBank und verschiedene kirchliche Banken. Der deutsche Ableger der niederländischen Triodos Bank dagegen hat in 2025 bekannt gegeben, sein Deutschlandgeschäft einzustellen.

Wie funktioniert das? Mit dem Geld der Sparer „arbeitet“ die Bank. Sie verleiht es als Kredit (und bekommt dafür Zinsen). Einen Teil legt sie auch in Wertpapieren an.

Nachhaltige Banken arbeiten mit dem Geld der Kunden nach strengen Regeln, die sie sich selbst gegeben haben. Viele investieren zum Beispiel aus Prinzip nicht in Unternehmen, denen die Ausbeutung von Kindern oder Umweltzerstörung vorgeworfen wird. Sie geben Kredite bevorzugt an „grüne“ Unternehmen (Biolandwirtschaft, erneuerbare Energien usw.) und unterstützen so ein nachhaltiges Wirtschaften.

Und du unterstützt wiederum die Bank, wenn du ihr deinen Notgroschen anvertraust.

Einige dieser Banken verlangen allerdings Gebühren auf ihre Giro- und Tagesgeldkonten. Stand März 2026 bot zum Beispiel die Umweltbank ihr Tagesgeldkonto kostenlos an.

Die Zinsangebote sind mal mehr, mal weniger hoch. Die höchsten Zinsen im Vergleich gab es aber in der Vergangenheit von (nicht nachhaltigen) Direktbanken, nicht von einer Ökobank. Dafür erntest du hier zusätzlich eine ökologische und soziale Rendite.

💡 Wenn dich das Thema interessiert, findest du ausführliche Infos in unserem Leitfaden Nachhaltig Investieren.

 

Geldmarkt-ETF als Notgroschen?

Ein Geldmarktfonds oder -ETF ist ein risikoarmer Investmentfonds, der das Geld der Anleger in kurzfristige Geldmarktanlagen wie Staatsanleihen, Bankeinlagen oder Schatzwechsel investiert.

Ziel dieser Fonds ist es, das investierte Kapital zu erhalten und gleichzeitig eine Rendite in Form von laufenden Zinsen aus den kurzfristigen Geldmarktanlagen zu erzielen.

Der Vorteil gegenüber einem Tageskonto:

    • Steigen die kurzfristigen Zinsen im Euroraum, fließen die höheren Zinserträge über die neu gekauften Anlagen relativ schnell in die Rendite des Fonds ein. Im Vergleich dazu geben Banken Zinserhöhungen meist nur teilweise und verzögert an ihre Kunden weiter.
    • Kein Zinshopping nötig: Anleger müssen nicht ständig nach besseren Tagesgeldangeboten suchen oder Konten wechseln, da der Fonds kontinuierlich in Geldmarktinstrumente reinvestiert.
    • Oft bessere Rendite: In verschiedenen Untersuchungen und Vergleichen erzielten Anleger von Geldmarkt-ETFs höhere Renditen als Tagesgeldsparer, selbst solchen, die konsequent immer den besten verfügbaren Tagesgeldzins nutzten*.

Trotzdem empfehlen einige Finanzportale ausdrücklich keine Geldmarkfonds als Notgroschen. Die Gründe:

    • Sicherheit: Bei Tagesgeld hast du keine Wertschwankungen. Geldmarktfonds schwanken zwar nur gering (die Volatilität – also Schwankungsbreite – von €STR-basierten Geldmarkt-ETFs lag im letzten Jahr bei etwa 0,1 % bis 0,2 %), aber nicht null.

    • Verfügbarkeit: Tagesgeld ist sofort verfügbar – normalerweise dauert eine Überweisung auf das Referenzkonto maximal einen Bankarbeitstag. Geldmarktfonds lassen sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Bankwerktagen verkaufen, was für einen Notgroschen meistens ausreichend schnell ist.

    • Kosten: Bei Tagesgeld fallen keine Depotgebühren an. Bei einem Geldmarkt-ETF können je nach Bank Depotkosten, Transaktionskosten und Produktkosten anfallen. Die Rendite ist jedoch auch nach Abzug der Produktkosten in der Regel besser als die von Tagesgeldanlagen. Wichtig ist ein Depot mit niedrigen Handelskosten und ohne (extra) Depotgebühren.

➡️ Fazit: Solltest du mit kleinen Schwankungen leben können und damit, dass es unter Umständen etwas länger dauert, bis du an dein Geld kommst, kann ein Geldmarkt-ETF durchaus eine sinnvolle Alternative sein. Wichtig:

    • Behandle deinen Notgroschen wirklich als Reserve für seltene, ungeplante Ereignisse (also keine häufigen Entnahmen).
    • Auf deinem Girokonto solltest du immer einen ausreichenden Cash-Puffer behalten, damit du bei kleineren Extras nicht sofort in den Dispo rutschst.
    • Und die Option ergibt nur Sinn, wenn du entweder ohnehin ein Depot hast – oder ein kostenloses Depot eröffnest. Sonst wird es schnell unwirtschaftlich.
    • Außerdem: Sollten wir wieder eine Nullzins-Phase erleben, werden Geldmarktfonds und -ETFs unattraktiv. Denn dann sind keine Zinserträge mehr möglich, und du hast trotzdem noch die Kosten. In so einem Fall ist es besser, wieder auf Bankkonten zu setzen. Eine Nullzinsphase ist allerdings derzeit nicht in Sicht.

Meine persönliche Strategie:

    • Auf dem Girokonto halte ich immer genügend Liquidität, um kleinere spontane Sonderausgaben abzudecken.

    • Meinen echten Notgroschen habe ich vollständig in einem Geldmarkt-ETF angelegt. Dass ich im Zweifel ein paar Tage warten muss, bis ich über das Geld verfügen kann, sehe ich persönlich nicht als Problem. Denn mir fallen kaum größere Ausgaben ein, die ich unerwartet innerhalb von ein bis zwei Tagen bezahlen müsste.

    • Ich nutze eine Depotbank mit niedrigen Handelsgebühren, die nur prozentual berechnet werden – kein fixer Betrag pro Kauf/Verkauf. Dadurch könnte ich im Bedarfsfall zu geringen Kosten verkaufen.

    • Bisher musste ich meinen Notgroschen jedoch noch nicht auflösen. Wenn ich erwartet hätte, öfter bzw. wahrscheinlicher verkaufen zu müssen, hätte ich mir wahrscheinlich statt des ETFs einen aktiv gemanagten Geldmarktfonds geholt. Diese gibt es mittlerweile auch für sehr niedrige Verwaltungsgebühren (fast so niedrig wie die von ETFs) und ohne Aufschlag zu kaufen. Und – anders als bei börsengehandelten ETFs – fallen hier keine Transaktionskosten an.

    • Der Hauptgrund für die Entscheidung war allerdings Bequemlichkeit: Ich hätte weder die Zeit noch die Lust, ständig Tagesgeldzinsen zu vergleichen und vor allem dann auch zu wechseln. Darauf bauen Banken übrigens sehr stark: Die Trägheit ihrer Kunden 😉

👉 Hast du deinen Notgroschen sicher angelegt, kannst du dich entspannt zurücklehnen – die wichtigsten Reserven sind da, und du bist für unerwartete Ausgaben vorbereitet. Alles, was darüber hinaus an Kapital verfügbar ist, kannst du dann in Ruhe und passend zu deinem Risiko- und Zeithorizont investieren.

💡 Dazu findest du weitere Infos in unseren Ratgebern.

 

 

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Quellen:Renditevergleiche Tagesgeld vs Geldmarkt-ET