Geld anlegen für Enkel

Geld für Enkel anlegen ohne Zugriff der Eltern

Viele Großeltern möchten für ihr Enkelkind Geld anlegen, damit es sich später eine gute Ausbildung finanzieren kann. Oder den Führerschein, eine Reise nach dem Schulabschluss oder vielleicht sogar die Anzahlung für die erste Wohnung.

Einigen ist es dabei wichtig, dass die Eltern des Kindes keinen Zugriff auf das Geld bekommen. Gibt es Möglichkeiten, Geld für Enkel anzulegen ohne Zugriff der Eltern? Ja, die gibt es, sie haben aber nicht nur Vorteile. Deswegen schauen wir uns das Thema in diesem Beitrag einmal etwas genauer an.

 

Wer kann ein Konto oder Depot für ein Kind eröffnen?

Das Wichtigste zuerst: Bei minderjährigen Kindern können nur die Sorgeberechtigten ein Konto oder ein Depot eröffnen. Das sind in der Regel die Eltern (oder die Mutter oder der Vater bei alleinigem Sorgerecht). Diese haben dann logischerweise auch Zugriff auf das Konto bzw. Depot – was aber nicht bedeutet, dass sie alles damit machen können (dazu später mehr)! Die Sorgeberechtigten müssen bei der Bank ihre Identität nachweisen, bevor das Konto oder Depot im Namen des Kindes eröffnet wird.

Der einfachste Weg, um den Zugriff der Eltern ganz zu unterbinden, ist demnach, das Geld in einem Konto / Depot auf den Namen der Großeltern anzulegen. Dann gehört es jedoch rechtlich nicht dem Kind, und dies kann auch Nachteile bringen.

 

Warum Geld für Enkel anlegen ohne Zugriff der Eltern?

Entscheidend ist zunächst einmal dein Motiv: Warum soll der Zugriff für die Eltern nicht möglich sein? Denn je nachdem, was deine Gründe für diesen Wunsch sind, lassen sich ganz unterschiedliche Lösungen finden.

 

➡️ Du hast Sorge, dass die Eltern das Geld, das für das Kind bestimmt ist, unerlaubt auf den Kopf hauen
Keine Sorge – das dürfen sie gar nicht. Denn das Geld auf dem Konto und die Wertpapiere im Depot gehören rechtlich der Person, in deren Namen das Konto / Depot eröffnet wurde. Hier also dem Kind. Eltern, die Zugriff auf Konten und Depots ihres Kindes haben, dürfen das Vermögen zwar in seinem Sinne verwalten – aber nicht frei darüber verfügen. Sie dürfen also nicht zum Beispiel einfach Wertpapiere verkaufen, auch nicht, wenn sie das Geld für Anschaffungen für das Kind nutzen wollen. Und schon gar nicht, um es für sich selbst zu verbrauchen.

 

➡️ Du willst, dass es eine Überraschung wird, von der Eltern und Kind nichts wissen: Am 18. Geburtstag möchtest du deinem Enkelkind einen fetten Batzen schenken, den du über all die Jahre zusammengespart hast
Das ist eine sehr nette Idee! Aber angesichts der verschiedenen Nachteile, die eine Geldanlage in deinem eigenen Namen haben könnte (siehe unten) solltest du abwägen, ob es nicht doch sinnvoller wäre, die Eltern einzuweihen (von dem minderjährigen Kind brauchst du kein Einverständnis).

 

➡️ Du willst die Kontrolle über die Anlageentscheidungen behalten – sprich selber entscheiden, welche Wertpapiere von deinem Geld gekauft werden
Da gibt es auch bei einem Depot im Namen des Kindes Möglichkeiten. Ihr könnt zum Beispiel einen Sparplan für einen Fonds eröffnen, den du aussuchst und monatlich besparst. Bei unserer Partnerbank (FNZ Bank) kannst du sogar mit einer einfachen Überweisung deinem Enkelkind einen beliebigen Fonds oder ETF direkt ins Depot kaufen.

 

➡️ Das Vertrauensverhältnis zu den Eltern ist vollkommen zerrüttet
In diesem Fall – und wenn es sich auch nicht mehr kitten lässt – ist es vermutlich wirklich besser, den Zugriff der Eltern auszuschließen. Denn auch wenn die Eltern nicht frei über das Geld verfügen dürfen – für Großeltern wäre es schwer, alles genau nachzukontrollieren, wenn sie keinen Kontenzugang haben. Im Extremfall müssten sie die Eltern sogar verklagen, um zu versuchen, verprasstes Geld für das Enkelkind zurückzubekommen. Darauf haben die wenigsten Lust.

 

Geld in eigenem Namen oder im Namen des Enkelkindes anlegen

Fassen wir zusammen: Ganz sicher vor dem Zugriff der Eltern ist das Geld, wenn du es im eigenen Namen anlegst. Ein Kinderkonto oder Kinderdepot auf den Namen deines Enkels hat aber einige Vorteile, die dir dann entgehen. Zum Beispiel:

  • Steuerlich: Kinder haben ihre eigenen Steuerfreibeträge, diese zu nutzen kann viel Geld sparen. Legst du im eigenen Namen an, musst du auch selbst die Erträge versteuern

  • Gebühren: Bei den meisten Banken gibt es Kinderdepots kostenlos – ab 18 wird dagegen in der Regel eine Depotgebühr fällig

  • Finanzielle Bildung: Mit einem eigenen Konto / Depot kann dein Enkelkind viel über Geld lernen – und es spornt zum Sparen an

  • Zusammen mehr erreichen: Wenn die Familie an einem Strang zieht, kann das Geld effizienter investiert werden – zum Beispiel ist es so leichter, den Überblick zu behalten und eine optimale Risikostreuung sicherzustellen

  • Vertrauen: Mit einer Geldanlage im Namen des Kindes spricht man ihm Vertrauen aus. Denn das Kind bekommt zum 18. Geburtstag die volle Kontrolle darüber. Erfahrungsgemäß neigen Kinder, die schon frühzeitig mit eigenem Depot / Konto an Gelddinge herangeführt wurden, viel weniger dazu, das Geld später für unsinnige Sachen auszugeben.

 

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen es besser ist, auf den eigenen Namen anzulegen. Es hängt sehr von der individuellen Konstellation ab, und auch davon, in welches Anlageprodukt man das Geld für das Enkelkind stecken will.

Eine ausführliche Entscheidungshilfe haben wir in unserem neuen eBook “Geld anlegen für Enkel” zusammengestellt. Das eBook gibt es hier:

 

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