Oma und Opa von einem Kind gemalt

Enkelkindern Geld schenken: die besten Tipps für Großeltern

Geld als Geschenk von Oma und Opa dürfte immer willkommen sein, denn Kinder verursachen hohe Kosten. Dabei geht es nicht nur um Konsumwünsche, sondern vor allem darum, ihnen eine gute Ausbildung und einen chancenreichen Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen. Es gibt aber einiges zu beachten, wenn Großeltern ihren Enkeln Geld schenken möchten. Hier haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Hinweis: In diesem Artikel werden unter anderem verschiedene Formen der Geldanlage besprochen. Dies ist keine Empfehlung zum Kauf bestimmter Finanzprodukte, noch stellt es eine Anlageberatung dar. Dieser Blog dient nur deiner allgemeinen Information. Welche Geldanlage für dich, deine Kinder, Enkelkinder usw. geeignet ist, musst du immer anhand der persönlichen Umstände selbst bestimmen. 

 

Geld für Enkelkinder lieber zweckgebunden schenken

Besser, als dem Enkelkind einen Schein in die Hand zu drücken mit dem es sich Pokemon-Karten oder Süßkram bis zum Abwinken kauft, ist es sicherlich, das Geld für etwas sinnvolles und konkretes zu schenken. Dazu sollten die Eltern befragt werden, ob gerade ein größerer Wunsch ins Haus steht. Für ein Fahrrad oder einen Roller, ein Möbelstück, Trampolin, Spielhäuschen oder sonstige Anschaffung können so mehrere Verwandte zusammenlegen. Das entlastet die Eltern und erspart ihnen die nächsten 15 Kleinteile im ohnehin schon überfüllten Kinderzimmer.

Alternativ können die Großeltern das Hobby mitfinanzieren und zum Beispiel einen Sport-, Mal- oder Musikkurs sponsern.

Noch besser: Geld für das Kind anlegen. Erst ein Drittel der Eltern in Deutschland sparen etwas für ihre Kinder an. Dabei wäre es gerade bei Kindern vergleichsweise leicht, mit überschaubaren Mitteln ein kleines Vermögen aufzubauen! Denn es dauert vielleicht 15, 20 oder noch mehr Jahre, bis das Kind das Ersparte benötigt. So kann das Geld lange arbeiten, und die Kraft des Zinseszinseffekts kann sich erst richtig entfalten.

Die meisten Eltern wissen das bereits, finden aber im stressigen Alltag kaum die Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Oma und Opa können hier einen sinnvollen Impuls setzen, indem sie den ersten Beitrag für die Vermögensanlage schenken.

 

 

 

 

Geld anlegen für Enkel: welche Produkte sind geeignet?

Sparbuch, Aktien, Gold… in was sollte man am besten für seine Enkel investieren?

Lange Zeit galt das gute alte Sparbuch als das Maß aller Dinge. Heute wird diese Anlageform immer noch angeboten, mittlerweile gibt es statt des Sparbuchs aber die Sparkarte. Das Problem beim Sparkonto sind die sehr geringen Zinsen, die in der Regel nicht mal ansatzweise die Inflation ausgleichen können. Von dem Geld, das du für dein Enkelkind auf dem Sparkonto ansparst, bekommt es also effektiv weniger zurück, denn die Inflation verringert die Kaufkraft der angesparten Summe.

Etwas bessere Zinsen bieten meist Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Allerdings nicht immer: Wir kommen gerade aus einer sehr langen Null-Zins Phase. In 1980 gab es in Deutschland noch durchschnittlich 4,6 % Zinsen auf Sparanlagen, in 2021 waren es nur noch 0,1 %. In 2022 kamen zwar die lang ersehnten Zinsen zurück, allerdings ebenso eine Inflation auf Rekordniveau. Das bedeutet, selbst die besten Zinsangebote für Sparanlagen reichten noch lange nicht aus, um den Wertverlust durch die allgemeine Teuerung auszugleichen.

In 2023 hat die Europäische Zentralbank den Leitzins schrittweise weiter angehoben, und zuletzt schwächte sich die Inflation ab (3,8 % gegenüber Vorjahreswert für Oktober 2023). Aber im Schnitt liegt der Realzins (der Zins nach Abzug der Inflation) gemäß einer Auswertung von Verivox  bei Festgeldanlagen immer noch bei minus 1,18 Prozent (Stichtag: 20. Oktober).

Fazit: Eine langfristige Geldanlage sollte Renditen abwerfen, die mindestens die Inflation ausgleichen. Sparanlagen scheiden da aus.  

 

Wie sieht es aus mit Gold? Gold wird von vielen als „sichere Bank“ bewertet. Dabei wird schnell vergessen, dass der Goldpreis stark schwankt. Außerdem ist der Kauf von Gold für den Endverbraucher mit ziemlich hohen Kosten verbunden. Will man den Goldbarren oder die Goldmünze dann nicht zu Hause im Schrank aufbewahren, muss man noch zusätzliche Gebühren für die Verwahrung in einem Bankschließfach bezahlen. Laut Recherchen von Finanztip.de hat die Investition in ein breit gestreutes Aktienportfolio (MSCI World) über den Zeitraum von 1975 bis 2022 mehr als doppelt so viel Rendite gebracht wie die Investition in Gold, dabei war der Goldpreis sogar etwas höheren Schwankungen unterworfen als der Preis des Aktienpakets.

 

Aktien sind im Allgemeinen eine gute Anlageform für längere Investitionszeiträume von gerne 10, 15 oder noch mehr Jahren. Zwar kann man aus historischen Daten keine Garantie auf Erträge für die Zukunft ableiten, und Aktienpreise sind meist hohen Schwankungen ausgesetzt. Mit einer guten Streuung – das heißt mit der Anlage in viele verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen Regionen und Branchen – kann man das Kursrisiko aber eindämmen. Die gewünschte Streuung lässt sich am einfachsten durch den Kauf von Fonds– oder ETF-Anteilen statt Einzelaktien erreichen.

Mit sogenannten Mischfonds, in denen neben Aktien auch Anleihen enthalten sind, hat man in der Regel weniger Marktpreisschwankungen, allerdings auch eine niedrigere durchschnittliche Renditeerwartung.

 

Von Ausbildungsversicherungen oder anderen speziellen „Kinderprodukten“ raten Verbraucherschützer dagegen dringend ab – viel zu teuer und unflexibel! Überhaupt braucht es keine speziellen Kinderprodukte, um erfolgreich für Kinder anzulegen. Im Gegenteil – in Tests schneiden solche Angebote schlecht ab. Das HIPP Babysparkonto zum Beispiel bietet derzeit nur magere 1 % Zinsen p.a.

 

Wenn du überlegst, in Aktien (-fonds) für dein Enkelkind zu investieren, aber dich noch nicht so recht rantraust, ist es hilfreich, deine persönliche Risikoneigung zu überprüfen. Wir haben dazu einen extra Test für Eltern entwickelt, der genauso gut auf Großeltern anwendbar ist. Den Test findest du hier:

 

 

 

 

Steter Tropfen mehrt das Vermögen

Das Zauberwort, um die guten Spar-Vorsätze umzusetzen und langfristig ein schönes Sümmchen anzusparen, lautet Sparplan.

Bei einem Sparplan wird in einem festgelegten Zeitabstand – meistens monatlich – eine bestimmte Summe eingezahlt. Von dieser werden Fondsanteile gekauft. Das hat einen ganz praktischen Vorteil: In Zeiten, wo die Kurse fallen, können für die Summe mehr Fondsanteile gekauft werden – und andersrum. Über die Zeit kommt es so zur Bildung eines Durchschnittspreises. Sparplanbesitzer müssen sich also weniger den Kopf um den richtigen Kaufzeitpunkt zerbrechen.

Großeltern können sich entscheiden, regelmäßig eine Summe für einen Sparplan zu überweisen – die Zahlung können sie später jederzeit wieder einstellen. Genauso gut können sie aber auch einmalig oder zu besonderen Gelegenheiten wie Weihnachten und Geburtstag eine Summe schenken. In dem Fall wäre es ideal, wenn die Eltern zusätzlich einen Teil des Kindergeldes in einen monatlichen Sparplan anlegen. Wichtig ist aber vor allem, einfach mal zu starten, die Sparquoten erhöhen sich dann meist im Laufe der Zeit.

 

Enkeltauglich schenken

Enkeltauglichkeit ist ein Konzept der Nachhaltigkeit: „Enkeltauglich“ heißt:  Etwas wird so gestaltet, dass die Enkelgeneration nicht belastet wird. Es geht darum, dafür zu sorgen, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder in 30, 50 oder 100 Jahren einen lebenswerten Planeten vorfinden. Was läge näher, als dass gerade Großeltern möglichst enkeltauglich handeln und schenken möchten? Dazu gibt es auch bei Geldgeschenken Ansatzpunkte.

Gold zum Beispiel ist aus Umwelt- und sozialen Gesichtspunkten hochproblematisch. Für den Abbau werden ganze Landstriche verwüstet und giftige Stoffe wie Quecksilber eingesetzt, so dass es regelmäßig zu Umweltkatastrophen kommt. Auch Kinderarbeit ist in den Minen in Westafrika nach wie vor ein Problem. Es gibt mittlerweile einige Initiativen und Siegel für „faires Gold“, aber erst ein kleiner Anteil des Goldes am Markt ist so zertifiziert. Und auch eine seriöse Zertifizierung, die unter anderem auf die Einhaltung von Standards zur Arbeitssicherheit und Entlohnung abzielt, macht Gold noch nicht zu einem umweltfreundlichen Produkt.

Gibt es nachhaltige Aktienprodukte? Ja, aber man muss bei der Auswahl genau hinschauen. Wenn du dich dafür interessierst, wie du richtig grüne Anlageprodukte von Mogelpackungen unterscheiden kannst, schau mal hier.

Es lohnt sich für Großeltern auf jeden Fall, eine Geldanlage zu wählen, die sich nicht nur mit dem Prädikat „grün“ schmückt, sondern wirklich hohe Nachhaltigkeitsstandards verfolgt. Denn das schönste finanzielle Polster wird den Kindern nichts nutzen, wenn wir ihnen eine vollkommen kaputte Erde hinterlassen. Bei Zukunft Schenken haben wie es uns zur Aufgabe gemacht, die “grünsten der Grünen” unter den Fonds für euch  zu finden. Die – aber auch alle anderen Fonds und ETFs  (insgesamt über 9.000), die unsere Partnerbank anbietet, können sich Familien für ihre Kinder wünschen. Großeltern und andere Freunde und Verwandte können die Wertpapiere dann mit einem selbstgewählten Beitrag schenken.

 

Steuern & Depoteröffnung

Großeltern können jedem Enkelkind über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 200.000 Euro steuerfrei schenken*. Bei Urenkeln beträgt dieser Freibetrag 100.000 Euro. Jeder zusätzliche Euro, der über dem Freibetrag innerhalb der 10 Jahre verschenkt wird, muss von dem Enkelkind versteuert werden. Nur wenige Großeltern können oder wollen allerdings so große Summen an ihre Enkel verschenken, die diese Freibeträge übersteigen.

Um Wertpapiere wie Aktienfonds kaufen zu können, muss zunächst ein Wertpapierdepot eröffnet werden. Die meisten Banken bieten kostenlose Depots für Kinder an. Ein Depot im Namen des Kindes bietet den Vorteil, dass die Wertpapiere darin Eigentum des Kindes sind. Jedes Kind verfügt über seine eigenen Steuerfreibeträge und kann damit pro Jahr Kapitalerträge von bis zu 1.000 Euro*  steuerfrei einstreichen. So können eine Menge Steuern gespart werden.

Allerdings können Großeltern nicht einfach ein Depot auf den Namen ihres Enkelkindes eröffnen, das müssen die Erziehungsberechtigten – in der Regel die Eltern – tun.

Wenn dir die Zukunft Schenken Idee gefällt und du gerne dein Enkelkind mit nachhaltigen Fonds beschenken willst, aber die Eltern noch kein Depot eröffnet haben, ist das aber kein Problem. Du kannst einfach unsere Geschenkkarte nutzen und die Depoteröffnung kann später erfolgen.

 

 

 

 

Geld für Enkel anlegen ohne Zugriff der Eltern

Manche Großeltern haben Sorge, dass das angelegte Geld nicht den Enkeln zu Gute kommen könnte, sondern von den Eltern anders verwendet wird. Wichtig zu wissen: Auch wenn die Eltern als Erziehungsberechtigte Zugriff auf das Depot ihres Kindes haben, dürfen sie das Vermögen zwar im Sinne ihres Kindes verwalten, aber nicht frei darüber verfügen. Sie dürfen also nicht zum Beispiel einfach die Wertpapiere verkaufen, auch nicht, wenn sie das Geld für Anschaffungen für das Kind nutzen wollen. Und schon gar nicht, um es selbst zu verbrauchen. Sonst machen sie sich schadensersatzpflichtig.

Alternativ zu einem Kinderdepot können Großeltern in einem separaten Depot auf ihren eigenen Namen Geld anzulegen, und dem Kind dann später die Wertpapiere zu übertragen. Allerdings müssen die Großeltern dann Gewinne aus den Wertpapieren selbst versteuern. Und als Erwachsene zahlen sie bei den meisten Banken – im Gegensatz zu Kindern – Depotführungskosten.

 

Geld an Enkel verschenken: das Wichtigste zusammengefasst

  • Geldgeschenke an Enkel sind ideal, so lange sie für einen bestimmten, sinnvollen Zweck verwendet werden: Die Anschaffung einer wirklich benötigten Sache in Absprache mit den Eltern, oder – noch besser – die langfristige Geldanlage
  • Mit einem langen Anlagehorizont (= der Zeitraum, in dem das Geld angelegt wird und arbeiten darf) sind Kinder die idealen Aktionäre, da sie Kursschwankungen entspannter aussitzen können. Laien sollten dabei immer Fonds / ETFs bevorzugen statt Einzelaktien, denn eine angemessene Streuung des Risikos auf viele verschiedene Branchen und Unternehmen ist unverzichtbar
  • So lange ein normales Vertrauensverhältnis mit den Eltern besteht, ist ein eigenes Kinderdepot fast immer die beste Option. Die Erziehungsberechtigten eröffnen das Depot, dürfen das Vermögen bis zur Volljährigkeit für das Kind verwalten, aber nicht frei darüber verfügen
  • Großeltern sollten enkeltauglich investieren. Das bedeutet, dass sie das Geld nicht in umweltzerstörende Geschäftsmodelle stecken sondern in Unternehmen, die Lösungen für die Zukunft entwickeln und hohe ökologische und soziale Standards einhalten. Solche Unternehmen finden sich in seriösen grünen Fonds.

 

*in Deutschland, Stand 11/2023, Angaben ohne Gewähr