Nachaltig investieren, zum Beispiel in erneuerbare Energien

Nachhaltig investieren: Ein praktischer Leitfaden

Nachhaltig investieren war noch vor ein paar Jahren ein Hype-Thema. Plötzlich war jedes Unternehmen super nachhaltig. Alle Banken legten grüne Finanzprodukte auf und es klang so verlockend einfach: “Die Welt retten – und dabei Geld verdienen”. So wurden “nachhaltige ETFs” vermarktet, aber auch riskante Investments in Start-Ups und Energieinfrastruktur.

Heute ist die Stimmung deutlich nüchterner. ESG steht besonders in den USA politisch unter Beschuss. Greenwashing hat Vertrauen beschädigt, und geopolitische Krisen wie der Ukrainekrieg haben gezeigt, worauf Anleger wirklich achten, wenn es ungemütlich wird: Rendite, Stabilität und Sicherheit.

Eine grundlegende Tatsache bleibt jedoch bestehen: Kapital lenkt wirtschaftliche Entwicklung. Wohin Geld fließt, beeinflusst, welche Technologien wachsen, welche Geschäftsmodelle sich durchsetzen – und wie widerstandsfähig und langfristig dieses Wachstum ist.

💡 Langfristigkeit ist ein Schlüsselbegriff, wenn es um erfolgreiche Geldanlage geht. Denn wir müssen uns fragen: Wie tragfähig sind Geschäftsmodelle, die stark von endlichen Ressourcen abhängen, die immens hohe ökologische Schäden verursachen? Wie lange können solche Geschäftsmodelle noch eine ordentliche Rendite liefern? Wann kippt das Ganze?

Nachhaltig investieren ist und bleibt sinnvoll – gerade auch wirtschaftlich. Aber richtig verstanden, und richtig umgesetzt.

➡️ Dieser Leitfaden hilft dir, nachhaltige Geldanlage wirklich zu verstehen — ohne Marketing-Blabla, ohne Dogmen und ohne den Anspruch auf eine perfekte Lösung. Denn die gibt es nicht. Aber es gibt bessere und schlechtere Entscheidungen.

 

Warum nachhaltig investieren heute komplexer wirkt als früher

Gerade haben es nachhaltige Ansätze schwerer als noch vor ein paar Jahren, Menschen zu überzeugen. Das gilt auch für die nachhaltige Geldanlage. Das Thema wurde durch gleich mehrere Felentwicklungen belastet:

    • Politische Polarisierung
    • Wirtschaftliche Unsicherheit, die kurzfristige Rendite scheinbar attraktiver macht als langfristige Strategien
    • Komplizierte Gesetzgebung: Neue Regulierung zu nachhaltiger Geldanlage sollte eigentlich Transparenz schaffen. In der Praxis hat sie aber viele Menschen eher verwirrt: Was bedeuten die vielen Begriffe? Welches Produkt ist wirklich nachhaltig? Kann man mit Geld wirklich “die Welt retten”?

Viele Anleger stellen sich heute die Frage: Ist nachhaltiges Investieren sinnvoll — oder nur ein leeres Marketingversprechen?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie man es versteht und umsetzt.

 

Was nachhaltig Investieren wirklich bedeutet

Normalerweise beurteilt man eine Kapitalanlage nach den folgenden drei Kriterien:

    • Rendite: Mit welchen Gewinnen kann ich rechnen?
    • Sicherheit: Welche Risiken gehe ich für diese Gewinnchancen ein? Wie wahrscheinlich treten sie ein und wie hoch ist der maximale mögliche Verlust?
    • Liquidität: Wie schnell komme ich im Bedarfsfall wieder an mein Geld?

Alle diese Faktoren hängen eng zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Eine sehr sichere Investition mit gleichzeitig hoher Rendite und jederzeitiger Liquidität gibt es nicht. Denn Rendite hat ihren Preis.

Nachhaltig investieren bedeutet, diese drei klassischen Kriterien um eine vierte Dimension zu erweitern: Ökologische und soziale Faktoren werden systematisch in die Investmententscheidung einbezogen.

💡 Oft entstehen hier Missverständnisse, weil es wie ein “nice to have” wirkt, das man optional mal eben draufpacken kann, oder auch nicht. Dabei hängt Nachhaltigkeit eng mit Sicherheit und Rendite zusammen. So schauen professionelle Investoren auf ökologische und soziale Risiken, weil sie wissen, dass diese auf lange Sicht die Gewinne eines Unternehmens vernichten können.

Ein Beispiel: Der Kauf von Monsanto durch den Konzern Bayer. Monsanto ist der Hersteller von Glyphosat, ein Unkrautvernichtungsmittel, dass im dringenden Verdacht steht, krebserregend zu sein. Seit der Übernahme von Monsanto sieht sich Bayer mit massiven Klagewellen konfrontiert, was dem Aktienkurs nachhaltig geschadet hat.

 

Aussagen wie „Nachhaltigkeit kostet Rendite“ beziehen sich fast immer auf kurzfristige Marktphasen oder sehr enge Anlagestrategien. Ein Beispiel sind sogenannte „Pure Player“-Fonds, die sich ausschließlich auf wenige Themen wie die Energiewende konzentrieren. Seit 2022 standen viele dieser Fonds unter Druck – unter anderem durch die Zinswende und Kurseinbrüche bei Solar-, Wind- oder Wasserstoffaktien. Gleichzeitig profitieren sie nicht von aktuellen Trendthemen wie Rüstung oder KI.

Das ist jedoch kein Beleg dafür, dass nachhaltig investieren grundsätzlich Rendite kostet. Zu unterschiedlich sind Strategien, Marktphasen und wirtschaftliche Zyklen. Nachhaltig investieren bedeutet – richtig umgesetzt – gerade nicht, sich auf einzelne Themen zu verengen, sondern breit und ausgewogen zu investieren.

Es geht nicht um moralische Perfektion. Vielmehr geht es darum, wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern, die langfristig tragfähig sind – ökologisch, gesellschaftlich UND ökonomisch.

➡️ Nachhaltigkeit bedeutet letztlich Zukunftsfähigkeit. Ein Geschäftsmodell, das Ressourcen zerstört, Menschenrechte verletzt oder systematische Risiken erzeugt, kann kurzfristig profitabel erscheinen. Langfristig ist es das nicht.

 

ESG, SRI und Impact Investing – Definition und Unterschiede

Diese Begriffe werden häufig durcheinandergeworfen. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Konzepte.

 

ESG (Environmental, Social, Governance)

Das Kürzel ESG steht zu Deutsch für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. Es geht um Kennzahlen, die bewerten sollen, wie gut ein Unternehmen in Bezug auf diese drei wesentlichen Säulen abschneidet, und Vergleiche ermöglichen.

ESG ist in erster Linie ein Bewertungs- und Analyseframework. Es dient dazu, Risiken und Managementqualität eines Unternehmens besser einschätzen zu können. Bewertet werden unter anderem:

    • Umwelt- und Klimarisiken
    • Arbeitsbedingungen und Lieferketten
    • Korruptionsrisiken und Unternehmensführung

 

💡 Wichtig: ESG bewertet Risiken — es garantiert keine positive Wirkung.

Ein Unternehmen kann gute ESG-Ratings haben und dennoch in einer ökologisch problematischen Branche tätig sein.

ESG kann mit positiver Wirkung verknüpft werden, wenn es konkrete Bemühungen bei einem Unternehmen auslöst, zum Beispiel seine Energieeffizienz zu verbessern oder seine Lieferketten auf Menschenrechtsverstöße zu durchleuchten. Die meisten der sogenannten ESG Produkte – zum Beispiel Fonds & ETFs, die Unternehmen nur nach ESG-Ratings auswählen – bleiben aber den Nachweis einer konkreten positiven Wirkung schuldig.

 

SRI (Socially Responsible Investing)

SRI beschreibt strategische Ansätze, die ethische oder gesellschaftliche Werte berücksichtigen. Schon in den 1960er Jahren hatten christliche Banken und Stiftungen begonnen, Kapital systematisch nach moralischen Kriterien anzulegen. Damals ging es besonders um die Vermeidung von Bereichen wie Rüstung, Tabak oder Alkohol.

Typische Instrumente bei SRI sind:

    • Ausschluss bestimmter Branchen
    • wertebasierte Filter
    • ethische Mindeststandards

SRI ist stärker werteorientiert und normativ geprägt als ESG.

In der Praxis begegnet dir “SRI “häufig bei ETFs. Produkte mit diesem Kürzel im Namen werden als besonders grüne ETFs mit dem strengsten Nachhaltigkeitsanspruch vermarktet.

Richtig ist: Bei SRI-ETFs werden deutlich mehr Unternehmen ausgeschlossen als bei klassischen ESG-Varianten. Als Beispiel:

    • Der “klassische” MSCI World umfasst Aktien von ca. 1.500 Unternehmen
    • In der ESG Variante “MSCI World ESG Screened” sind es noch circa 1.200 Unternehmen
    • Und im “MSCI World SRI” sind es nur noch etwa 400 Unternehmen

Aber garantiert das auch automatisch eine “strikte Nachhaltigkeit”? Das kommt auf den Blickwinkel an. Unter den Top 10 Holdings des MSCI World SRI sind derzeit zum Beispiel Tesla (mit wiederkehrenden Governance-Debatten rund um Management und Führungskultur) oder Coca Cola Company (laut Umweltverbänden die größten Plastikverschmutzer der Welt ) enthalten.

➡️ SRI ist restriktiver in der Auswahl – aber nicht automatisch frei von Kontroversen.

 

Impact Investing

Impact Investing geht deutlich weiter als SRI- oder ESG-Ansätze. Impact Investing strebt aktiv eine positive Wirkung an, welche

    1️⃣ konkret und messbar sowie

    2️⃣ zusätzlich ist – also ohne dieses Investment so nicht entstanden wäre (= „Additionalität“)

 

Typische Beispiele:

    • Finanzierung von erneuerbarer Energien und Umwelttechnologie
    • Mikrofinanzprogramme in Schwellenländern
    • Soziale Infrastrukturprojekte (wie Bildung, bezahlbarer Wohnraum, Gesundheitsimmobilien)

➡️  Impact steht dabei nicht grundsätzlich im Gegensatz zu Rendite. Allerdings ist finanzielle Performance hier nicht das alleinige Ziel, sondern steht gleichrangig neben der angestrebten Wirkung.

 

Praktische Umsetzung

In der Praxis werden oft mehrere Ansätze kombiniert. Wie „streng“ oder „konsequent nachhaltig“ ein Finanzprodukt ist, hängt daher weniger vom Label als von der konkreten Umsetzung ab.

Für Privatanleger ist das jedoch nicht so einfach zu beurteilen. Vielen fehlt ein klares Verständnis dafür, wie Kapitalströme tatsächlich wirken. Die Anbieter betreiben hauptsächlich Marketing, während die tatsächliche Funktionsweise der Finanzprodukte nur oberflächlich erklärt wird. Blogs, Presse und Verbraucherschutzseiten geben stark verkürzte Aussagen wieder.

➡️ Ein hilfreiches Denkmodell jenseits der üblichen „Die Welt ein bisschen besser machen“- Rhetorik ist das Konzept von Hand- und Fußabdruck. Es hilft, die Möglichkeiten von Nachhaltigkeit im Finanzkontext zu verstehen. Im nächsten Abschnitt stellen wir dieses Modell vor.

 

Fußabdruck und Handabdruck: ein hilfreiches Denkmodell

Das Problem mit “Nachhaltigkeit” ist, dass der Begriff so schwammig wirkt. Für die einen geht es um Klimaschutz, für die anderen um soziale Gerechtigkeit oder moralische Fragen. Wenn jedoch jeder etwas anderes darunter versteht, sind Missverständnisse vorprogrammiert. Hinzu kommt, dass der Begriff in der letzten Jahren stark politisch aufgeladen wurde.

💡 „Nachhaltig“ bedeutet jedoch schlicht: Etwas ist so gestaltet, dass es langfristig bestehen kann, ohne dass die Risiken unkontrollierbar werden und die langfristigen Kosten immer weiter zunehmen.

Ein System ist nicht nachhaltig, wenn es seine eigenen Grundlagen zerstört.

 

Wir wissen: Unser derzeitiges Wirtschafts- und Konsumsystem ist überwiegend nicht nachhaltig, weshalb wir nun vor der Aufgabe stehen, es schnellstmöglich anzupassen.

Aber wie kann das gelingen? Ganz einfach, indem wir nachhaltige Entscheidungen treffen – mit dem Modell von Fuß- und Handabdruck:

    • Fußabdruck: Schädliches vermeiden oder reduzieren
    • Handabdruck: Positive Veränderung bewirken

 

Dieses Modell lässt sich auf Individuen, Unternehmen und Finanzprodukte anwenden.

Als Verbraucher können wir es auf unsere Finanzen, wie auch auf jeden anderen Lebensbereich übertragen. Zum Beispiel:

    • Reisen: Zug statt Flug (Fußabdruck) – und lokales Umweltprojekt unterstützen (Handabdruck)
    • Gärtnern: Keine Pestizide (Fußabdruck) – und Blühwiese anlegen (Handabdruck)
    • Und so weiter

 

➡️ Übertragen auf Unternehmen, beschreibt der Fußabdruck negative Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten – Emissionen, Ressourcenverbrauch oder soziale Schäden. Ziel ist es, diese zu reduzieren.

Der Handabdruck hingegen beschreibt positive Wirkung und konkrete Verbesserungen, die gezielt geschaffen werden – etwa durch soziale Infrastruktur oder ökologische Innovationen.

 

Was das für nachhaltiges Investieren bedeutet

Nachhaltig Investieren wird oft so verstanden, dass es darum geht, möglichst viele Unternehmen mit großem Fußabdruck auszuschließen, und das Geld in “bessere” Unternehmen anzulegen. Doch die Realität ist komplexer.

Privatanleger investieren normalerweise nicht direkt in Unternehmen.Beim Kauf einer Aktie fließt das Geld in der Regel nicht an das Unternehmen selbst, sondern an einen anderen Anleger am Sekundärmarkt. Das Unternehmen erhält dadurch kein neues Kapital.

Es gibt zum Beispiel Fonds oder ETFs, die “Paris Alligned” sind – also mit dem Pariser Klimaziel kompatibel. Hier werden Unternehmen mit besonders hohen Emissionen ausgeschlossen. Das reduziert den Fußabdruck des Investments – bewirkt aber nicht automatisch eine Transformation dieser Unternehmen.

🔴 Eine echte Wirkung entsteht erst dann, wenn:

    • neues Kapital gezielt in nachhaltige Vorhaben fließt, oder
    • Unternehmen konkret zu Veränderungen bewegt werden.

Deshalb kombinieren anspruchsvolle nachhaltige Strategien verschiedene Instrumente – je nach Assetklasse unterschiedlich.

Denn: Eine Aktie funktioniert anders als eine Anleihe. Ein Fonds anders als ein Tagesgeldkonto. Und entsprechend sind auch die Möglichkeiten für Wirkung unterschiedlich.

➡️ Wer beurteilen will, wie nachhaltig ein Finanzprodukt wirklich ist, muss zumindest grob verstehen, wie die jeweilige Anlageform funktioniert.

In diesem Leitfaden gehen wir deswegen konkret auf die wichtigsten Assetklassen und Finanzprodukte ein und beschreiben ihre Wirkungsmöglichkeiten im Kontext von Hand- und Fußabdruck.

 

Welche nachhaltigen Investmentansätze gibt es?

Professionelle Investoren kombinieren unterschiedliche Methoden. Je nach Ansatz stehen entweder die Reduktion des negativen Fußabdrucks oder die aktive Erzeugung eines Handabdrucks im Vordergrund.

 

Ausschlüsse / Negativkriterien; normbasiertes Screening

Bestimmte Branchen oder Praktiken werden ausgeschlossen, um Risiken zu vermeiden oder grundlegende ethische Standards einzuhalten. Dazu gehören häufig Waffenproduktion, Tabak, Atomkraft und Kohleförderung.

Beim normbasierten Screening werden Unternehmen darauf geprüft, ob sie bestimmte internationale Standards einhalten, etwa die Prinzipien des UN Global Compact (Menschen- und Arbeitsrechte usw.)

So können – je nach Finanzprodukt – Aktien als auch Anleihen von bestimmten Unternehmen ausgeschlossen werden. Bei Rentenfonds werden typischerweise Anleihen von autoritären Regimes ausgeschlossen, oder von Staaten, die bestimmte Umweltabkommen nicht ratifiziert haben.

➡️ Dies sind “Fußabdruck-Ansätze”. Wir vermeiden, in besonders kontroverse Branchen, Staaten oder Unternehmen zu investieren.

 

Was bringt es?

  • Investieren auf Basis von individuellen Werten
  • Vermeidung struktureller Risiken (Beispiel: Atomkraft)

 

Kritikpunkte

  • Je mehr Ausschlüsse, desto weniger Risikostreuung ist möglich, und man verpasst potenzielle Gewinnchancen (Beispiel: der Run auf Rüstungsaktien nach Ausbruch des Ukrainekrieges)
  • Die Ausschlüsse beruhen auf Daten, die für Laien kaum einsehbar oder nachvollziehbar sind. Oft werden falsche Erwartungen geweckt. Ein Beispiel:

Viele Fonds und ETFs werben mit “Keine Tierversuche”
Was tatsächlich ausgeschlossen wird: Unternehmen, die nicht-medizinische oder nicht gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche durchführen.

Was trotzdem enthalten sein kann:
o Unternehmen mit medizinischen Tierversuchen
o Unternehmen, deren Zulieferer Tierversuche durchführen

  • Die direkte Wirkung von Ausschlüssen ist umstritten: Einige Studien* finden kaum messbare Effekte auf Kapitalkosten oder das Verhalten ausgeschlossener Unternehmen. Andere zeigen positive Effekte – allerdings nur, wenn ein großer Teil des investierbaren Kapitals solche Ausschlüsse berücksichtigt*.

 

Typisches Produkt:

ETFs mit “SRI”, “Responsible”, “Sustainable” etc. im Namen: Beliebte Indizes wie der MSCI World werden in einer “nachhaltigen Version” aufgelegt, wo bestimmte Unternehmen entfernt oder untergewichtet werden. Der ETF bildet diesen Index nach.

 

Best-in-Class & Positivkriterien

Beim Best-in-Class Ansatz werden innerhalb einer Branche die Unternehmen ausgewählt, die im Vergleich zu ihren Wettbewerbern die besten ESG-Leistungen aufweisen.

Dazu nutzt man standardisierte Kennzahlen, zum Beispiel:

    • Emissionen
    • vorhandene Umweltprogramme und Zertifizierungen
    • Frauenquote im Vorstand
    • und vieles mehr

Externe Anbieter stellen dafür umfangreiche Datenbanken und auch daraus berechnete “ESG-Ratings” (also Bewertungen / “Schulnoten”) zur Verfügung.

➡️ Auch dies ist ein typischer “Fußabdruck-Ansatz”. Man möchte die Unternehmen im Portfolio haben, die Umwelt und Gesellschaft weniger belasten und sich um Themen wie Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Gleichberechtigung usw. kümmern.

 

Was bringt es?

  • Integriertes Risikomanagement: Gute Bewertungen geben Hinweise darauf, wie gut ein Unternehmen verschiedene Themen im Griff hat.
  • Im besten Fall werden die Unternehmen innerhalb einer Branche angespornt, sich stetig zu verbessern.

 

Kritikpunkte

  • Oft großzügige Auslegung: “Die Besten” kann auch die besten 50 % oder sogar 80 % heißen.
  • Mit diesem Ansatz können auch Branchen mit grundsätzlich problematischen Geschäftsmodellen im Portfolio bleiben. Zum Beispiel die “besten” Ölmultis. Allerdings wird in der Praxis Best-in Class meist mit Branchenausschlüssen kombiniert, um das zu vermeiden.
  • ESG-Ratings können sich je nach Anbieter stark unterscheiden. So kann ein Unternehmen bei dem einen ein Top Rating bekommen und beim nächsten zu den Schlechteren gehören.
  • ESG-Ratings erfordern die Erhebung und Aufbereitung vieler Daten. Kleinere Unternehmen haben dafür weniger Ressourcen als Konzerne mit großen ESG-Abteilungen. Die besten ESG-Ratings bekommen deswegen unter Umständen nicht die nachhaltigsten Unternehmen, sondern die, die sich den Aufwand leisten können.

 

Typisches Produkt:
“ESG”-ETFs. Aber auch viele aktiv gemanagte Fonds nutzen den Best in Class Ansatz.

 

💡 „Positivkriterien“ funktionieren ähnlich – auch hier werden anhand bestimmter Merkmale und Kennzahlen Unternehmen verglichen, um zu entscheiden, welche ins Portfolio kommen. Bevorzugt werden zum Beispiel Unternehmen mit Bezug zu den UN-Nachhaltigkeitszielen.Falsch angewendet kann das jedoch zu fragwürdigen Ergebnissen führen. Zum Beispiel die Aufnahme eines umstrittenen Lebensmittelkonzerns, weil sein Geschäftsmodell angeblich auf das Menschheitsziel Ernährungssicherheit einzahlt.

 

Engagement & Active Ownership

Typische Handabdruck-Methode: Investoren nutzen aktiv ihre Stimmrechte (bei Aktien) oder führen Dialoge mit der Unternehmensleitung, um nachhaltigere Geschäftspraktiken durchzusetzen. Bei verwalteten Vermögen (wie Fonds & ETFs) durchgeführt durch den Vermögensverwalter.

 

Was bringt es?

  • Aktives Engagement gilt als eine der wirkungsvollsten Methoden, um Veränderung anzustoßen. Denn die Unternehmensführung bekommt ein direktes Feedback. Und die Wünsche der Investoren sind einem Unternehmen nie egal. Natürlich braucht es hier aber einen langen Atem.
  • Geeignet für Anleger, die Einfluss nehmen wollen.

 

Kritikpunkte

  • Viele Fondsmanager behaupten, ihre Stimmrechte aktiv zu nutzen, aber nur wenige veröffentlichen detaillierte Daten zu ihrem Abstimmungsverhalten. Noch weniger legen Rechenschaft zu ihrem Engagement (Unternehmensdialog) außerhalb der Hauptversammlungen ab.
  • Passiv gemanagte ETFs können – falls der Unternehmensdialog nicht fruchtet – das Unternehmen nicht einfach aus dem Portfolio werfen. Sie bilden einen festen Index nach und sind daran gebunden. So bleibt Fehlverhalten ohne Konsequenzen (Active Ownership ist deswegen eine typische Strategie von aktiv gemanagten Fonds).

 

Typisches Produkt
Fonds von Investmentboutiquen mit Spezialisierung auf diesen Investement-Ansatz. Hier findest du ein Beispiel.

 

Direkte Investitionen

Der wirkungsvollste Weg von allen ist sicherlich ein direktes Investment, das heißt: Dein Geld geht ganz konkret in ein bestimmtes nachhaltiges Projekt. Entscheidend ist, dass neues, zusätzliches Geld fließt, und dass es konkret für einen nachhaltigen Zweck verwendet wird.

Wie schon erwähnt – bei vielen typischen Finanzprodukten, die sich gut für Kleinanleger eignen, ist das nicht der Fall.

Im Folgenden schauen wir uns einige typische Assetklassen und Produkte an und prüfen, ob und wie sich damit zusätzliches Kapital für nachhaltige Transformation generieren lässt.

 

Aktien, Aktienfonds, Aktien-ETFs

Fast alle Aktienkäufe finden auf dem Sekundärmarkt statt – es fließt kein frisches Kapital.

Nur bei Neuemissionen – wenn also ein Unternehmen neue Aktien ausgibt, um zusätzliches Kapital einzusammeln – fließt frisches Geld. Du kannst also neue Aktien von nachhaltigen Unternehmen kaufen, und hast dann tatsächlich “Nachhaltigkeit finanziert”.

Privatanleger kommen allerdings so gut wie nie direkt an Neuemissionen. Aber es gibt nachhaltige Aktienfonds, die bewusst bei Kapitalerhöhungen von kleineren grünen Unternehmen investieren. In unserer Auswahl findest du einige solcher Fonds.

 

Anleihen, Rentenfonds und -ETFs

Mit sogenannten “Green Bonds”, also “grünen Anleihen”, investieren vor allem professionelle Investoren nachhaltig. Emittenten, die sich mit diesen Anleihen finanzieren, können sein:

    • Unternehmen
    • Kommunen
    • Staaten
    • Institutionen wie die EU

 

Aber Vorsicht – es gibt Unterschiede in der konkreten Ausgestaltung von Green Bonds:

    • Einige werden spezifisch aufgelegt, um ein nachhaltiges Projekt umzusetzen (-> Handabdruck)
    • Es gibt aber auch solche, mit denen allgemein Kapital aufgenommen wird – auch für “nicht nachhaltige” Zwecke. Bei diesen sind nur die Konditionen an bestimmte ESG -Kennzahlen gekoppelt – erfüllt der Emittent die Kennzahlen, zahlt er niedrigere Zinsen (-> Fußabdruck).

 

Abgesehen davon: Die meisten Anleihen werden auf dem Sekundärmarkt gekauft (-> kein frisches Kapital).
Eine hohe Nachfrage kann jedoch die Finanzierung über grüne Anleihen attraktiver machen und Emittenten dazu ermutigen, neue grüne Anleihen zu emittieren.

 

Bankeinlagen

Hierzu gehören alle Kundenguthaben, die bei einer Bank liegen, zum Beispiel:

    • Geld auf dem Girokonto (kein Sparprodukt, da meist unverzinst)
    • Tagesgeld
    • Festgeld
    • Sparkonten oder Sparbücher

 

Es gibt auch “grüne Banken”, die diese Sparprodukte anbieten. Aber arbeitet dein Geld damit automatisch nachhaltig?

Banken nutzen einen Teil der Kundeneinlagen, um Kredite zu vergeben. Einige nachhaltige Banken vergeben diese Kredite gezielt so, dass sie zum Beispiel bestimmte Branchen finanzieren (erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft, Bildungseinrichtungen usw.).

Hier liegt der wichtigste Hebel nachhaltiger Banken, auch wenn nicht jeder Euro auf deinem grünen Konto so genutzt wird (einen Teil der Kundengelder muss die Bank nämlich liquide und besonders sicher anlegen, um gesetzliche Vorschriften zu erfüllen).

➡️ Achtung: Banking-Anbieter wie Tomorrow haben kein Kreditgeschäft, somit auch nicht diesen nachhaltigen Hebel.
Sie legen einen Teil der Kundengelder in grünen Anleihen an. Da diese jedoch in der Regel am Sekundärmarkt gekauft werden (siehe weiter oben) ergibt sich keine direkte Wirkung.

 

Mikrofinanzfonds

Mikrofinanzfonds funktionieren so:

    • Der Fonds sammelt Geld von Investoren ein.
    • Das Geld geht an Mikrofinanzbanken in Schwellenländern und im globalen Süden. Diese vergeben wiederum sehr kleine Kredite an Menschen, die keinen Zugang zum klassischen Bankensystem haben – zum Beispiel Kleinbauern, Händler oder kleine Handwerksbetriebe.

Das Geld fließt hier tatsächlich in neue Kredite und kann damit reale wirtschaftliche Aktivitäten ermöglichen. Häufig geht es um einfache Investitionen wie Saatgut, Werkzeuge oder kleine Maschinen.

Der soziale Effekt kann erheblich sein, vorausgesetzt die Konditionen für die Kreditnehmer sind fair gestaltet. Mikrofinanzfonds bringen jedoch nur moderate Renditen, sind also eher eine Ergänzung als die Basis in einem nachhaltigen Portfolio.

 

Crowdinvestments, Vermögensanlagen in Sachwerte

Hier investierst du direkt in einzelne Projekte oder Unternehmen. Das kann zum Beispiel ein Solarpark, oder ein nachhaltiges Start-Up sein.

Dabei fließt dein Geld tatsächlich als neues Kapital in das jeweilige Projekt. Das Potenzial für eine direkte Wirkung bzw. einen “Handabdruck” ist somit grundsätzlich hoch.

Allerdings gibt es auch Risiken, die du kennen musst: Viele dieser Investments sind unternehmerische Beteiligungen oder Nachrangdarlehen. Das bedeutet, dass dein Geld im Insolvenzfall in der Regel verloren ist. Außerdem ist das Geld meist über mehrere Jahre fest gebunden. Geht das Projekt pleite, verpufft auch die nachhaltige Wirkung.

 

Nachhaltig Investieren Schritt für Schritt

Die verschiedenen Anlageformen unterscheiden sich nicht nur in ihren Möglichkeiten, konkreten nachhaltigen Impact zu erzeigen. Sondern auch in erwartbarer Rendite, Sicherheit und Liquidität.

Deswegen ist es wichtig, die grundsätzlichen Regeln der erfolgreichen Geldanlage zu befolgen. Diese Regeln gelten immer, egal ob Nachhaltigkeit eine Rolle in deinen Finanzenscheidungen spielt oder nicht.

🔴 Die erste Frage lautet nicht: Welches Finanzprodukt ist nachhaltig? Sondern: Was ist mein Ziel mit dieser Geldanlage? Ein Teil davon kann der Wunsch sein, dass das Geld nachhaltig wirkt – aber es darf nicht das alleinige Ziel sein, es sei denn es handelt sich um Geld, dass du eher als Spende betrachtest.

 

Zur passenden (nachhaltigen) Geldanlage in 4 Schritten:

☑️ Schritt 1 – Rahmenbedingungen klären

Warum (bzw. für was oder wen?) willst du Geld investieren? Wie lange, wie viel und wie oft möchtest du anlegen? Und was ist dir dabei besonders wichtig (zum Beispiel auch eigene Werte)?

☑️ Schritt 2 – Risiko- & Renditeerwartungen klären

Welche Rendite soll mindestens erzielt werden, und wie viel Risiko bist du bereit, dafür einzugehen?

☑️ Schritt 3 – Passende(s) Produkt(e) aussuchen

Je nachdem, was du bei den ersten beiden Schritten definiert hast, kommen unterschiedliche Anlageprodukte in Frage. Jetzt, nachdem du weißt welches Produkt du suchst, schaust du nach der nachhaltigen Variante bzw. Alternative. Hier wirst du eine gewisse Bandbreite finden – die einen Anbieter nehmen Nachhaltigkeit ernster als die anderen. Wähle, was sich für dich richtig anfühlt. Wichtig ist nur, dass du die Unterschiede verstehst und deine Wahl bewusst ist.

☑️ Schritt 4 – Den besten Anbieter finden

Der beste Anbieter ist der, der dir das beste Preis- Leistungsverhältnis oder den maximalen Komfort liefert. Je nachdem, was DIR am Wichtigsten ist. Außerdem kannst du darauf achten, wie “nachhaltig” der Anbieter sich selbst verhält – unabhängig von seiner Produktpalette. Dies sollte allerdings nur ein nachgeordnetes Auswahlkriterium sein – die größte Wirkung steckt im Produkt.

 

Fazit: Nachhaltig investieren, weil es richtig ist – und bleibt

Nachhaltig investieren bedeutet nicht, die Welt zu retten. Es bedeutet, bewusst zu entscheiden, wohin Geld fließt.

Wie beim Einkaufen: Wenn du dich für den Biomarkt entscheidest, reformierst du nicht im Alleingang die Landwirtschaft. Aber du trägst dazu bei, dass entsprechende Angebote wachsen. Du zeigst deutlich, welche Art von Wirtschaft du dir wünschst und unterstützen möchtest.

➡️ Ähnlich ist es bei der Geldanlage. Du entscheidest, wem du dein Kapital zur Verfügung stellst – und unter welchen Bedingungen.

 

Ein Wort noch zur Ethik: Ethische Überlegungen werden heute schnell als „Ideologie“ abgetan. Dabei waren es immer Menschen, die über den eigenen kurzfristigen Vorteil hinaus gedacht haben, die echten Fortschritt und langfristige Verbesserungen für alle ermöglicht haben.

Nachhaltiges Investieren ist kein moralischer Wettbewerb – sondern die bewusste Abwägung von Rendite, Risiko und Verantwortung.

Geldanlage ist ein Vernunftthema. Aber Vernunft bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Rendite muss nicht rücksichtslos erwirtschaftet werden. Der Verstand entscheidet, aber das Herz darf mit am Tisch sitzen.

 

Wenn du nachhaltiges Investieren praktisch ausprobieren möchtest, findest du auf unserer Schenkplattform für nachhaltige Investments eine Auswahl von Finanzprodukten, in die wir selbst investieren.

    • Zu jedem Produkt erklären wir transparent, was genau daran nachhaltig(er) ist und welche Wirkung realistisch ist.
    • Du kannst dir ein Produkt aussuchen, das zu deiner persönlichen Vorstellung von Nachhaltigkeit passt – als Geschenk für andere oder für dich selbst.

FAQ

Was bedeutet nachhaltig investieren?

Nachhaltig investieren bedeutet, bei Anlageentscheidungen neben Rendite, Risiko und Liquidität auch ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen.
Der Begriff ist nicht eindeutig definiert. In der Praxis umfasst er unterschiedliche Ansätze – von Ausschlüssen bestimmter Branchen über ESG-Bewertungen bis hin zu wirkungsorientierten Investments.
Im Kern geht es darum, Kapital so einzusetzen, dass wirtschaftliche Aktivitäten langfristig tragfähig bleiben – ökologisch, gesellschaftlich und ökonomisch.

 

Ist ESG dasselbe wie nachhaltiges Investieren?

Nein. Nachhaltig investieren ist ein Oberbegriff. ESG ist lediglich einer von mehreren Ansätzen innerhalb dieses Feldes.
Die Abkürzung ESG steht für Environmental, Social und Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Unternehmen werden anhand dieser Kriterien bewertet, um Risiken und Managementqualität besser einzuschätzen.
ESG-Strategien helfen vor allem dabei, problematische Geschäftsmodelle oder schwaches Management zu erkennen. Sie sind jedoch nur ein Instrument innerhalb nachhaltiger Investmentstrategien.

 

Was ist der Unterschied zwischen ESG, SRI und Impact Investing?

Diese drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Ansätze nachhaltigen Investierens.
ESG bewertet Unternehmen anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien und integriert diese Faktoren in die Risikoanalyse.
SRI (Socially Responsible Investing) arbeitet häufig mit Ausschlusskriterien und orientiert sich stärker an ethischen oder normativen Werten.
Impact Investing geht deutlich weiter: Hier soll Kapital gezielt eine messbare positive Wirkung erzeugen, etwa durch die Finanzierung konkreter Projekte, oder die Transformation eines Unternehmens.

Während ESG und SRI meist den negativen Fußabdruck eines Portfolios reduzieren, zielt Impact Investing stärker auf einen positiven Handabdruck.

 

Sind nachhaltige ETFs wirklich nachhaltig?

Das hängt davon ab, wie man Nachhaltigkeit definiert.

Nachhaltige ETFs schließen in der Regel bestimmte Branchen aus oder gewichten Unternehmen anhand von ESG-Bewertungen. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Portfolios und der ökologische oder soziale Fußabdruck kann sinken.Eine direkte Wirkung entsteht jedoch kaum.

Zudem können ESG-Kennzahlen auch in Frage gestellt werden. Ein starker Fokus auf einzelne Kennzahlen wie z.B. Emissionen schafft oft blinde Flecken – Unternehmen mit sehr fragwürdigen Geschäftsmodellen (Plastikverschmutzung, besonders schädliche Biozide u.v.m.) verbleiben dann ohne kritische Prüfung im Portfolio.

Nachhaltige ETFs sind daher kein Greenwashing per se – aber ihre Wirkung wird oft überschätzt oder bedeutender dargestellt, als sie tatsächlich ist.

 

Verzichtet man bei nachhaltigen Investments auf Rendite?

Nicht zwangsläufig. Die Rendite eines Investments hängt in erster Linie von der Anlageklasse, dem Risiko und dem Marktumfeld ab – nicht vom Nachhaltigkeitslabel.

Allerdings können Nachhaltigkeitskriterien bestimmte Branchen ausschließen oder Schwerpunkte setzen. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung eines Portfolios, was in einzelnen Marktphasen Vor- oder Nachteile haben kann. Nachhaltigkeit ersetzt deshalb keine Diversifikation und garantiert auch keine Mehrrendite. Langfristig sind Portfolios, die auch mit Blick auf Nachhaltigkeitsrisiken zusammengestellt wurden, wahrscheinlich stabiler als solche, die das Thema ausblenden.

 

Ist nachhaltiges Investieren nur Greenwashing?

Der Begriff Nachhaltigkeit wird im Finanzmarkt teilweise sehr großzügig verwendet, und nicht jedes Produkt hält, was das Marketing verspricht.
Das bedeutet jedoch nicht, dass nachhaltig Investieren grundsätzlich Greenwashing ist. Es gibt durchaus Strategien und Produkte, die ernsthaft ökologische oder soziale Aspekte berücksichtigen oder gezielt nachhaltige Projekte finanzieren.

Entscheidend ist die konkrete Umsetzung: Welche Kriterien werden angewendet, wie transparent ist die Methodik und entsteht tatsächlich eine messbare Wirkung?

 

Können Privatanleger mit ihrem Geld wirklich etwas bewirken?

Der Einfluss einzelner Anleger ist begrenzt, aber nicht bedeutungslos.
Beim Kauf von Wertpapieren am Sekundärmarkt entsteht keine unmittelbare Finanzierung von nachhaltigen Unternehmen. Wirkung entsteht hier hauptsächlich über Dialog und die Nutzung von Stimmrechten. Je mehr Kapital nachhaltige Strategien verfolgt, desto stärker wächst der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen, sich positiv zu verändern.

 

Nachhaltig investieren: Was sind die schlimmsten Fehler – und wie kann ich sie vermeiden?

Typische Fehler beim Thema nachhaltig Investieren, die zu Enttäuschungen führen können:

    • Du hast unklare Erwartungen und verstehst nicht, wie ein Produkt funktioniert. Zum Beispiel willst du nicht, dass dein Geld die Waffenindustrie “fördert”. Was “fördern” konkret heißt – mit dem Produkt das dir angeboten wird – bleibt aber vage.
    • Du ignorierst fundamentale Grundsätze des erfolgreichen Investierens: Zielsetzung, Risikostreuung, Disziplin. Diese gelten immer, egal ob du Wert auf Nachhaltigkeit legst oder nicht.
    • Du verlässt dich nur auf Siegel oder Marketingversprechen. Die Chance is hoch, dass deine persönlichen Vorstellungen von Wirkung und Nachhaltigkeit dann gar nicht bedient werden.
    • Du fällst auf Greenwashing rein oder legst zu viel Geld in ein hochriskantes Investment. Nachdem du einmal die schlechte Erfahrung gemacht hast, traust du dich nie wieder an das Thema.
    • Du fängst erst gar nicht an, weil alles so kompliziert wirkt – und verschenkst damit eine der besten Möglichkeiten für eine Privatperson, wirklich nachhaltigen Impact zu erzeugen.

 

Und wie kannst du diese Fehler vermeiden? 
👉 Nutze saubere, fundierte Informationen von Quellen, die nicht von einzelnen Produktanbietern oder sonstigen Interessensvertretern beeinflusst sind:

  • ECOReporter
  • Dieser Blog und unsere Beispiele für nachhaltige Finanzprodukte
  • Newsletter und Webinare von Nachhaltigkeitspionieren in der Finanzbranche
  • Bei größeren Anlagesummen, anspruchsvolleren Zielen oder einfach dem Wunsch nach einer individuellen Beratung: Unabhängige Finanzberater mit fairen Gebührenmodellen und langjähriger Expertise im Markt (zum Beispiel über Netzwerke wie ökofinanz 21)

 

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* Quellen: